Samara – wie froh war ich, als es endlich einen deutschsprachigen Weblog zu dieser genialen Stadt an der Wolga gab. Bin ich doch, meist auf dem Weg zum Ural, so oft in dieser Stadt umgestiegen und hab jedes mal ein Schnippselchen mehr gesehen, das mein Interesse steigerte. Und so ist es fast ein wenig schade, dass unser Weblog-Autor diese geniale Stadt wieder verlassen hat.
Da auch ich im Sommer 2005 endlich etwas länger dort war und einen kleinen Clip dazu gemacht habe, hab ich gedacht, ich lass ihn Euch als Lückefüller HIER mal anschauen, bis ich nächstes Jahr wohl wieder selber an die Wolga komme und hier was neues berichten kann. Dank zum Clip an unsere netten einheimischen Gastgeber, die mich mit ihrem alten Lada extra für dieses kleine Filmchen kreuz und quer durch die Stadt geschippert haben und denen wir auch eine unvergessliche schlaflose Nacht verdanken. Entschuldigen will ich mich gleich für den Sound, aber er musste GEMA-frei sein – und die guten hatte ich schon alle verbraucht.
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Schreibt eigene Beiträge!
Es ist Zeit, es zuzugeben: ich bin seit Ende September wieder in der Schweiz (um erst mal zu bleiben), womit der aktivste Teil des Projekts Samara für mich abgeschlossen ist. Jetzt muss auch ich nach Neuigkeiten aus der Stadt an der Volga googeln oder mir diese bei russischen Bekannten erfragen. Was fehlen wird – und ich denke, dass dies nicht nur für mich gilt – ist ein Blick von aussen auf die russische Provinz, ein neugieriger, vielleicht zum Teil etwas naiver Zugang des westlichen Besuchers, des Gastes.
Darum möchte ich alle Besucher Samaras oder der russischen Volga-Region motivieren, über ihre Erlebnisse und Erfahrungen zu berichten. Schreibt eigene Beiträge (Registrierung hier) oder schickt mir solche via E-Mail an ale@sirruf.net zu, damit ich sie veröffentlichen kann.
Saratov für Sovjet Touristen 1981
Zu Besuch am Baikal
Der Baikalsee ist der grösste, tiefste und älteste See der Erde. Er liegt in einer hügeligen Landschaft zwischen den Städten Irkutsk (mit grösstenteils russischen Einwohnern) und Ulan-Ude (grösstenteils burjatisch). Innerhalb des Baikalsees befinden sich 22 grössere Inseln, die grösste davon ist Olchon, nahe des Westufers. Olchon ist teils durch trockene Steppe, teils durch recht karge Lärchenwälder geprägt und recht gebirgig mit bis 1276 m hohen Bergen (das ist für hoch für Sibirien). Die Insel wird hauptsächlich von Buryaten, einem mongolischstämmigen Volk bewohnt. Der grösste Ort, in welchem etwa 90% der rund 1200 Inselbewohner leben, heisst Chuschir. Etwa 20km von Chuschir entfernt gab es bis kurz nach Stalins Tod ein Gulag, dessen hauptsächlich baltische Insassen Verpackungen für die Fischkonserven-Fabrik Chuschirs produzierten.
Zu Besuch in Krasnojarsk
Krasnojarsk ist die drittgrösste Stadt Sibiriens (rund eine Million Einwohner) und liegt ein einer hügeligen Landschaft am Fluss Jenissei. Die grüne Umgebung und die recht gut erhaltene Innenstadt mit beeindruckenden Holzhäusern und Bauten aus der Jahrhundertwende, auffallend vielen kleinen Parks und Sitzbänken verklären etwas die Bedeutung Krasnojarsks als wichtiges Industriezentrum: Maschinenbau, Metallverarbeitung, Chemie und Bergbau sind die hauptsächlichen Branchen.
In der Stadt liegt das zweitgrösste Aluminiumwerk der Welt. Da Aluminiumproduktion enorm viel Energie verbraucht, wurde 1967 30 km westlich von Krasnojarsk ein riesiger Stausee in Betrieb genommen. Laut Aussagen von Ortsansässigen hatte der Stausee – wenig überraschend – auch starke Einflüsse auf die Natur und das lokale Klima. Wegen der höheren Luftfeuchtigkeit zum Beispiel seien die Winter viel kälter geworden und das kalte Abfluss-Wasser des Stausees mit einer Sommertemperatur von etwa acht Grad veränderte die Fischpopulation des Jenissejs nachhaltig.
Am Stadtrand von Krasnojarsk liegt das Naturschutzgebiet “Stolbi” (russisch für “Säulen”), wo es verschiedene, sehr malerische Felsformationen zu sehen gibt. Das Gebiet ist einfach zu Fuss oder per Auto zu erreichen und ein beliebter Picknick- und Ausflugsort.