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Die Bilder stammen aus einem sovjetischen Postkarten-Set aus den 80er Jahren, welches ich in Moskau auf einem Flohmarkt erstand. Hier finden sich meine Bilder und Beschreibungen russischer Autos, wobei einige der auf den Postkarten abgebilden Modelle darin nicht vorkommen, weil ich diese noch nie auf der Strasse gesehen habe.
Archiv für das Jahr 2006
Toljatti für Touristen 1974
Elektronika vom Flohmarkt
Kauft man in Russland ein neues elektronisches Gerät, wurde dieses mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht in Russland selsbt designt oder produziert. Moderne russische Unterhaltungs-Elektronik scheint, abgesehen von den auch bei uns bekannten Marken für Optik (z.B. Zenit), nicht zu existieren. Zu Sovjetzeiten war dies ganz anders: da für den Heimmarkt ausländischen Produkte viel zu teuer waren, wurden damals viele eigene Geräte produziert, meist unter dem Markennamen электроника (Elektronika). Diese waren oft Kopien westlicher Produkte, welche per ‘reverse engineering‘ analysiert und nachgebaut wurden.
Sehr schön sieht man dies am oben abgebildeten Computerspiel, einem электроника им23 автослалом (Autoslalom) aus den späten 80ern, welches doch sehr stark an die original Nintendo Game & Watch erinnert.
Gekauft habe ich das hübsche Ding auf dem ‘Büchermarkt‘ in Samara. Die Uhr (электроника 5) und der Reisewecker (электроника 22-10) erstand ich auf einem grossen Flohmarkt am Stadtrand Moskaus, wo die Moskauer ihren Hausrat verkaufen, um etwas zu Lohn oder Rente dazu zu verdienen. Der Markt findet am Wochenende neben der Elektritschka-Station (die электричка ist die russische S-Bahn) Платформа Марк (Platforma Mark) statt und ist sowohl soziologisch, wie auch angebotsmässig sehr interessant – und eine gute Möglichkeit, Bedürftige zu untersützen.
So kommt man zu diesem Markt: Man fährt mit der grauen Metrolinie (Linie 9, Серпуховско-Тимирязевская – Serpuxovsko-Timirjazevskaja) nach Norden bis zur Endstation Алту́фьево (Altúf’evo). Von dort aus fahren Busse und Minibusse (z.B. 92, 98 oder 685) in rund 15 Minuten zu Платформа Марк (Platforma Mark).
Zu Besuch am Baikal
Der Baikalsee ist der grösste, tiefste und älteste See der Erde. Er liegt in einer hügeligen Landschaft zwischen den Städten Irkutsk (mit grösstenteils russischen Einwohnern) und Ulan-Ude (grösstenteils burjatisch). Innerhalb des Baikalsees befinden sich 22 grössere Inseln, die grösste davon ist Olchon, nahe des Westufers. Olchon ist teils durch trockene Steppe, teils durch recht karge Lärchenwälder geprägt und recht gebirgig mit bis 1276 m hohen Bergen (das ist für hoch für Sibirien). Die Insel wird hauptsächlich von Buryaten, einem mongolischstämmigen Volk bewohnt. Der grösste Ort, in welchem etwa 90% der rund 1200 Inselbewohner leben, heisst Chuschir. Etwa 20km von Chuschir entfernt gab es bis kurz nach Stalins Tod ein Gulag, dessen hauptsächlich baltische Insassen Verpackungen für die Fischkonserven-Fabrik Chuschirs produzierten.
Zu Besuch in Krasnojarsk
Krasnojarsk ist die drittgrösste Stadt Sibiriens (rund eine Million Einwohner) und liegt ein einer hügeligen Landschaft am Fluss Jenissei. Die grüne Umgebung und die recht gut erhaltene Innenstadt mit beeindruckenden Holzhäusern und Bauten aus der Jahrhundertwende, auffallend vielen kleinen Parks und Sitzbänken verklären etwas die Bedeutung Krasnojarsks als wichtiges Industriezentrum: Maschinenbau, Metallverarbeitung, Chemie und Bergbau sind die hauptsächlichen Branchen.
In der Stadt liegt das zweitgrösste Aluminiumwerk der Welt. Da Aluminiumproduktion enorm viel Energie verbraucht, wurde 1967 30 km westlich von Krasnojarsk ein riesiger Stausee in Betrieb genommen. Laut Aussagen von Ortsansässigen hatte der Stausee – wenig überraschend – auch starke Einflüsse auf die Natur und das lokale Klima. Wegen der höheren Luftfeuchtigkeit zum Beispiel seien die Winter viel kälter geworden und das kalte Abfluss-Wasser des Stausees mit einer Sommertemperatur von etwa acht Grad veränderte die Fischpopulation des Jenissejs nachhaltig.
Am Stadtrand von Krasnojarsk liegt das Naturschutzgebiet “Stolbi” (russisch für “Säulen”), wo es verschiedene, sehr malerische Felsformationen zu sehen gibt. Das Gebiet ist einfach zu Fuss oder per Auto zu erreichen und ein beliebter Picknick- und Ausflugsort.