Charlottes Projekt

 

Name Charlotte Fiedler

Aus Deutschland

Alter 20

Projekt Behindertenorganisation ‘Parus Nadjeshdi’

Projektziel Familien mit behinderten Kindern zu unterstützen. Die Aktivitäten beinhalten rechtliche Unterstützung, Informationskampagnen und direkte, aktive Familienunterstützung.

Projekt Mitarbeiter Eine Direktorin, ein Vize-Direktor und zwei Anwälte.

Meine Arbeit Ich besuche Familien und betreue deren behinderte Kinder, während die Eltern arbeiten oder anderen Tätigkeiten nachgehen. Im Moment arbeite ich mit vier Kindern: Aljosha, Andrej, Ksjuscha, Anja.

Was gefällt dir an deiner Arbeit Die Arbeit mit den Kindern ist sehr dankbar und lehrreich.

Was misfällt dir Manchmal schlechte Koordination. Im Büro der Organisation gibt es keine Arbeit für micht. Wenn die Kinder krank sind, fällt die Arbeit aus.

Probleme Keine.

Bestes Erlebnis im Projekt Das Lachen der Kinder, jedes Mal wenn ich zur Arbeit komme.

Wie viel Zeit verbringst du im Projekt Vier bis fünf Stunden pro Tag.

Projektart ICYE, d.h. selbstfinanziert (rund 4200 Euro Beitrag an ICYE Deutschland [ICJA]). Swallows erhält von ICYE 2850 Euro für das ganze Jahr, davon 900 Euro direkt und 1950 Euro von der Ost-West-Stiftung. Charlotte erhält von Swallows 372 Euro (31 E/Mt.) Taschengeld, 618 Euro (51 E/Mt.) für Essen und Transport und rund 1200 Euro für Logie. Weitere 720 Euro Taschengeld überweist ICJA. Restbetrag für Swallows: rund 700 Euro. Restbetrag für IKJA: 2630 Euro. Damit werden Freiwillige, welche aus anderen Ländern nach Deutschland kommen unterstützt.

Sanders Projekt


Name Sander Vandecapelle

Aus Belgien

Alter 18

Projekt Rehabilitation Center ‘Rescuer School’

Projektziel Rehabilitation für Teenager, welche Probleme in der Schule oder Zuhause haben. Das Ziel ist, die Kinder wieder in normale Schulen zurückschicken zu können. Die Kinder leben im Projekt, gehen aber zum Teil extern in andere Schulen.

Projekt Mitarbeiter Zwei Direktoren, vier Pädagogen, zwei Alpinisten, eine Köchin und ein Hausabwart.

Meine Arbeit Ich spiele mit den Kindern und gebe Gitarren-Unterricht.

Was gefällt dir an deiner Arbeit Mit den Kindern zu kommunizieren und mich mit ihnen zu beschäftigen.

Was misfällt dir Dass nur so wenige Kinder im Projekt betreut werden – im Moment sind es nur drei. Die meisten Aktivitäten finden im Projekt selbst statt, d.h. es gibt nur selten etwas Abwechslung durch Ausflüge oder Exkursionen. Vor Neujahr wurde ein staatlicher Inspektor erwartet, weshalb für mehrere Tage 14 Kinder im Projekt lebten, die meisten davon ehemalige, welche die Schule zum Teil schon vor einem Jahr verlassen haben.

Probleme Manchmal sind überhaupt keine Kindern im Projekt, was mir vorher nicht mitgeteilt wird. Die Arbeit ist zudem schlecht organisiert und ich werde nicht wirklich aktiv in die Arbeit hier involviert.

Bestes Erlebnis im Projekt Mit den den Kindern ein Wochenende lang im Wald campieren.

Wie viel Zeit verbringst du im Projekt Etwa neun Stunden pro Woche.

Was machst du in deiner Freizeit Ich arbeite in einem zweiten Projekt, verbringe aber auch viel Zeit mit Russisch lernen, Musikstunden, Lesen und Kochen.

Projektart EVS, d.h. von der EU finanzierter Aufenthalt. Swallows erhält von der EU 6600 Euro für das ganze Jahr. Sander erhält von Swallows in diesem Jahr 2520 Euro (210 E/Mt.) Taschengeld, 618 Euro (51 E/Mt.) für Essen und Transport und rund 1200 Euro für Logie. Restbetrag: ca. 2300 Euro.

Nadines Projekt


Name Nadine Frei

Aus Schweiz

Alter 20

Projekt Project Alliance Francaise (AF), Togliatti

Projektziel AF ist ein Zentrum für französische Sprache und Kultur

Projekt Mitarbeiter Vier oder fünf Sprachlehrer plus drei Büro-Mitarbeiter

Meine Arbeit Ich kopiere Bücher

Was gefällt dir an deiner Arbeit Die Leute sind nett. Ich habe neben der Arbeit Zeit, drei Tage pro Woche an einer Schule Deutsch zu unterrichten.

Was misfällt dir Die ganze Zeit Bücher zu kopieren.

Probleme Keine.

Bestes Erlebnis im Projekt Als Lehrerin zu arbeiten ist für mich etwas Neues und sehr interessant.

Wie viel Zeit verbringst du im Projekt Zwei Tage pro Woche vier bis fünf Stunden pro Tag.

Was machst du in deiner Freizeit Deutsch unterrichten, Aikido Training, Bridge spielen lernen, ins Goethe Institut gehen, lesen.

Projektart ICYE, d.h. selbstfinanziert (5500 Euro Beitrag an ICYE Schweiz). Swallows erhält von ICYE Schweiz 2850 Euro für das ganze Jahr. Nadine erhält von Swallows 372 Euro (31 E/Mt.) Taschengeld, 618 Euro (51 E/Mt.) für Essen und Transport und rund 1000 Euro für Logie. Restbetrag für Swallows: rund 900 Euro. Restbetrag für ICYE Schweiz: 2650 Euro. Damit wurde der Flug bezahlt und Freiwillige, welche aus anderen Ländern in die Scheiz kommen unterstützt.

Jahresinflation in Russland bei 10.9 Prozent

Vor einer Zeit hatte ich mit ICYE Schweiz eine Diskussion über Lebensmittel-Preise in Russland und die uns Freiwilligen ausbezahlten Beiträge. Die Diskussion lief auf folgende Entscheidung der Schweizer raus:

Was das Essen betrifft: Alle ICYE-Volontäre erhalten 1500 Rubel resp. 47 Euro bezahlt für das Essen. Dieses Geld wird entweder an die Gastfamilie bezahlt oder die Volontäre, die nicht in Gastfamilien wohnen, erhalten es ausbezahlt. Dieses Geld muss eigentlich den durchschnittlichen Bedarf eines “Essers” in Russland decken. Russen wenden rund 500-600 Rubel pro Monat für Essen auf. (Zum Vergleich: Die 1500 Rubel sind mehr als das Salär eines russischen wissenschaftlichen Mitarbeiters an der Uni.). Natürlich reicht der Betrag aber nicht für Essen im europäischen Stil (z.B. mit ausländischen Früchten und so). Die Leute vom Swallows hilft Dir aber gerne, möglichst billige Einkaufsmöglichkeiten zu finden und kann Dir zeigen, was RussInnen sich normalerweise so kaufen.

Gerade habe ich den folgenden Artikel über die aktuellen Teuerungsraten in Russland gelesen, wobei mir darin vor allem folgendes auffiel:

Der Preis des minimalen Lebensmittelkorbs belief sich Ende Dezember in Russland auf 1 349 Rubel (rund 40 Euro) pro Monat und wurde damit gegenüber Ende November um 2.2 und gegenüber dem Jahresanfang um 10.7 Prozent teurer.
In Moskau lag der Preis des Monatskorbs bei 1 634.4 Rubel (rund 48 Euro). Innerhalb eines Monats wurde er um 2.1 Prozent und seit dem Jahresbeginn 2005 um 8.5 Prozent teurer.

Damit enstprechen die ausbezahlten 42 Euro (nicht 47!) fürs Essen gerade knapp diesem (russischen) Lebensmittelkorb (die Preise in Samara entsprechen denjenigen in Moskau). Was die Leute wohl mit 500 Rubel kaufen und wie man wohl – was laut Olga, der Chefin von ICYE Russland möglich ist – mit 1500 Rubel Einkommen überlebt. Zur Erinnerung: eine Einzimmer-Wohnung kostet hier um die 6000 Rubel pro Monat.

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8b1 für 100 Rubel


Russischer Winter, draussen ist es kalt und düster – was liegt da näher, als sich gemütlich einen schönen Film anzuschauen? Also ab ins Kino! Sich dort einen der neusten Streifen anzuschauen, kostet je nach Kino und Tageszeit zwischen 100 und 200 Rubel (3 bis 6 Euro). Die Filmauswahl ist eher bescheiden, Studiofilme in Originalsprache werden nur in einem einzigen Kino gezeigt. Manchmal haben diese Filme russischen Untertitel, manchmal werden die Filme auch – live! – von einem Sprecher synchron übersetzt. Dabei sitzt einer irgendwo mit einem Mikrofon, liest zuerst alle nicht-russischen Texte vor (z.B. ‘Reschisser: Dschim Dscharmusch’) und spricht dann über die Originaltonspur die russische Übersetzung, meist mit etwas Zeitverzögerung, z.B. ‘Marvin?’, ‘Marvin’ ‘Are you…ti sdjes?’ – genau, das ‘there’ ist im russischen Text untergegangen. Killt die Atmosphäre eines Films ziemlich effizient. Ansonsten bieten die Kinos den gewohnten Komfort: tolle Bild- und Tonqualität, bequeme Sitze plus Coke und Popcorn.

Möchte man sich den Film lieber in der guten Stube anschauen, kauft man sich auch in Samara eine DVD. Anders als von zuhause gewohnt, hat man hier allerdings die Auswahl zwischen vier verschiedenen ‘Verwertungsstufen’: Original-DVD, kopierte Original-DVD, ’2 in 1′ DVD oder Multifilm DVD (meist 8 in 1). Originale sind schwierig zu kriegen und relativ teuer (um 250 Rubel), alle anderen Versionen werden überall verkauft: auf der Strasse, dem Markt, an Kiosken, in Geschäften. Bieten die ’2 in 1′ DVDs für rund 60 Rubel auf einer Disk zwei Filme mit dem üblichen digitalen Mehrwert (meist Untertitel und Originalsprache), wurden bei den ’8 in 1′ Produktionen für 100 Rubel acht Filme ohne jeden Schnickschnack und nur in Russisch (keine Untertitel, keine DVD Menus, keine Extras) auf eine Disk gepackt. Angeboten werden alle denkbaren Zusammenstellungen: 8 Filme mit Silvester Stallone, 8 Liebesfilme, 8 Kinderfilme. Am beliebtesten sind Sammlungen der neusten Kinofilme. Die Filme der oben links abgebildeten DVD laufen im Moment alle hier im Kino. Die Qualität der Filme auf dieser DVD reicht von ‘mit der Videokamera im Kino abgefilmt und dann mit einem Sprecher auf russisch vertont’ (siehe oben und hier für ein Beispiel der russischen Art, Filme günstig zu synchronisieren) zu ‘DVD-Qualität mit normaler Synchronisation’. Für den halben Preis eines Kinotickets kauft man sich hier also acht aktuelle Filme – problemlos auch in der Vorhalle eines Kinos selbst. Hat man sich alle Filme auf der DVD angeschaut, kann man die Disk wieder an einen Stand zurückbringen und erhält den nächsten Film billiger. Wie das wohl die Filmindustrie findet?

Nebenbei: Musik gibt es natürlich auch zu kaufen auf dem Markt. Vorzugsweise als MP3 CD, welche für 70 Rubel alle Alben einer Gruppe auf einer Disk bietet. Einige dieser CDs tragen offiziell aussehende Kleber (mit Hologramm), welche wohl eine Art Echtheitszertifikat darstellen sollen. Wieviel vom Verkauspreis wohl an die Künstler geht? Und wie wohl die Musikindustrie das Ganze findet?