1 sFr = 22 Rubel, 1 Euro = 34 Rubel

Frisch vom Markt Das ist eine Zahnbürste, genau, und zwar eine russische. Sie sieht zwar so aus, als ob sie die wilden 90er live miterlebt hätte, ist aber gerade mal zwei Wochen alt. Gekostet hat sie auf dem Mark 15 Rubel (0.4 Euro/0.6 sFr). Auf dem Markt, da es im Supermarkt gerade keine gab und ‘sie’, weil es das einzige Modell im Angebot war. Was kostet eine Zahnbürste in der Schweiz? Einen Franken (22 Rubel) vielleicht für die allerbilligste? Und wie lange hält die? Zwei Monate vielleicht? Und wer verliert nun dieses kleine Spiel? Die Russen. Bringt man zusätzlich das Einkommen ins Spiel, wird die Bilanz noch trister. Ein Schweizer kann sich mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen (120’000 Rubeln, 5500 sFr) nämlich mehr als 5000 solche Zahnbürsten kaufen, während das Einkommen eines Russen (7’700 Rubel, 340 sFr) gerade mal für 500 Stück reicht.

Klar, Russland ist ein armes Land; nicht gerade ein Drittweltland, aber in vielem weit vom westeuropäischen Standard entfernt. Dass hier Produkte wie Kleider, Schuhe oder Unterhaltungs-Elektronik (wie in anderen Schwellenländern) relativ teuer sind, überraschte nicht. Die Leute bezahlen für unsere Verhältnisse sehr viel für eine schlechte Auswahl an qualitativ minderwertigen Produkten und müssen diese auch noch – gerade bei Kleidern, welche auf dem Markt am billigsten sind – auf eher unübersichtliche und zeitraubende Weise erstehen. Oder aber sie kaufen die gleichen Markenprodukte, welche im Westeuropa im Angebot sind und werden entsprechend zur Kasse gebeten. Auch hier sind die (absoluten) Preise meist höher als Zuhause.

Wie viel Geld haben die Menschen in Russland denn so zur Verfügung und wieviel geben sie wofür aus? Die folgende Liste ist aus Werten zusammengestellt, welche sich in Gesprächen mit Bekannten oder bei Einkäufen ergeben haben. Bei den Lebensmitteln habe ich jeweils die billigsten Produkte im Markt oder Supermarkt ausgewählt. Das Fazit bitte selbst ziehen!

  Russland Schweiz
Durchschnittseinkommen 7700 R 120’000 R (5500 sFr)
Lohn Lehrerin Sekundarstufe mit 35 J. Erfahrung 3000 R 200’000 R (9000 sFr)
Lohn Akademikerin Universität Lohnstufe 11 von 17 2000 R 450’000 (20’000 sFr)
Lohn Akademikerin Privatwirtschaft nach Studium 5000 R 130’0000 (6000 sFr)
Lohn Ärztin in Poliklinik (entspricht Hausärztin) 2000 R 225’000 (10’000 sFr)
 
Meine Beiträge pro Monat
Essen 1500 R
Transport 250 R
Taschengeld 1200 R
 
Miete einfache Einzimmer-Wohnung
schlechte Lage 2000 R 11’000 R (500 sFr)
gute Lage 4000 R 22’000 (1000 sFr)
 
Joghurt 8 R 13 R (0.6 sFr)
Milch UHT 1l 24 R 30 R (1.4 sFr)
Brot 500g 10 R 33 R (1.5 sFr)
Kohl 1kg 8 R 66 R (3 sFr)
Kartoffeln 1kg 8 R 44 R (2 sFr)
Zwiebeln 1 kg 10 R 22 R (1 sFr)
Tomaten September 1kg 15 R 88 R (4 sFr)
Tomaten November 1kg 100 R 88 R (4 sFr)
Auberginen September 1kg 15 R ???
Auberginen November 1kg 100 R ???
Äpfel 1kg 18 R 66 R (3 sFr)
Birnen 1kg 75 R 66 R (3 sFr)
Fruchtsaft 1l 30 R 20 R (1 sFr)
Schokolade 10 R 10 R (0.5 sFr)
 
Zigaretten (20 Stück)
billigste 3 R 110 R (5 sFr)
lokale 11 R 150 R (6.5 sFr)
internationale 30 R 150 R (6.5 sFr)
 
Eintritt Disco 100 bis 300 R 200 bis 700 R (10 bis 30 sFr)
Eintritt Kino 150 R 330 R (15 sFr)
Bier Bar 0.5l 30 bis 100 R 600 bis 200 R (3 bis 10 sFr)
Bier Supermarkt 0.5l 15 R 20 R (1 sFr)
Pizza 150 R 330R (15 sFr)
 
Tramfahrt 9 R 66 R (3 sFr)
Taxifahrt 30 Minuten 150 R 1100 R (50 sFr)
 
SMS 1 R 4 R (0.2 sFr)
Zeitung 7 R 60 R (2.5 Fr.)

 
Nebenbei: Die Preise habe aus dem Gedächtnis wiedergegeben, die Schweizer Preise sind Schätzungen und die Umrechnungen habe ich grob im Kopf gemacht. Das Gesammtbild sollte aber einigermassen stimmen.

Und: Für Dezember sind generelle Preisaufschläge von 22 bis 30 % angekündigt. Grund: Inflation. Schon im November sind die Preise für den öffentlichen Transport um fast 30% gestiegen.

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Pacino, De Niro und zwei andere

Klick auf mich für das Video! Auch das russische Fernsehen zeigt gerne internationale Produktionen. Was einem die Freude an diesen etwas versalzt, ist die spezielle Art und Weise, wie Filme hier für das einheimische Publikum verständlich gemacht werden. Es kommen nämlich keine Untertitel zum Einsatz und auch keine gängige Synchronisiertechnik, sondern die Filme werden üblicherweise einfach übersprochen. Dabei lesen meist männliche Sprecher den übersetzten, russischen Text einfach über die originale, fremdsprachige Tonspur. Und zwar in einer monotonen, tiefen, männlichen Stimme, egal ob gerade ein alter Haudegen in einem Kriegsfilm eine Rede hält oder in einem Kinderfilm ein junges Mädchen eine alte Hexe anschreit. Ist das Resultat bei neuen Grossproduktionen nicht allzu weit von einem auf Deutsch synchroniserten Hollywoodfilm entfernt, kommt bei einem einfacheren Film schon mal nur ein einziger Sprecher für alle Personen eines ganzen Filmes zum Einsatz. Emotionen werden gestrichen, Geschlechter verschwimmen, gleich wie die Unterschiede zwischen den Charakteren – sehr sovjetisch, oder?

Anmerkung: Das gleiche Verfahren kommt auch meist auf den (raubkopierten) russischen 7 in 1 DVDs zum Einsatz – den üblichen Art, wie hier Filme zum Kauf angeboten werden. 7 in 1 heisst, dass sie es irgendwie schaffen, 7 ganze Filme auf eine einzige DVD draufzupacken, indem sie weitere Sprachen, Untertitel, Menus und Zusatz-Schnickschnack weglassen – und vielleicht den Film noch ein bisschen beschneiden?

Ein SE/30 im Supermarkt

Sah der so aus? Kauft man hier im Supermarkt was, kann man sich weder selbst gratis mit Plastiktüten bedienen oder sich selbst eine Tragtasche kaufen, nein, man wird höflich gefragt, ob man denn eine bräuchte – ‘Paket nuschna?’ heisst das auf russisch. Allerdings kommt diese Frage nur, wenn die Kassiererinnen die eingekaufte Menge auch einer Tasche würdig finden. Nun, die Taschen selbst sind meist nicht wie bei uns mit dem Logo des Geschäfts bedruckt, sondern können beliebige Designs aufweisen. Neulich erstand ich mir im 24h Supermarkt ‘Gastronom’ das abgebildete Modell mit hübschen Zeichnungen von allerlei elektronischem Gerät, unter anderem einem Macintosh SE/30. Sah der wirklich so aus? Nein.

Auf Wunsch von Anne (siehe Kommentare) folgende Korrektur:
Natürlich kriegt man hier eine Tasche, wenn man eine will. Mann kann diese aber nicht eigenhändig von einem ‘Tüten-Ständer’ greifen, sondern muss eben darum bitten. Bei diesem Beitrag ging es mir nur um die Abbildung des SE/30 auf der Tüte, welche man nicht nur im ‘Gastronom’ kriegt, sondern an diversen anderen Orten auch, z.B. auf dem Markt.

Freiwillig in Russland

Aino, 19, Finland
Projekt: Eine Bibliothek für Blinde, in welcher vier Angestellte für null Blinde Hilfe anbieten.
Wohnte: mit Linnea zusammen mit zwei jungen Russen, wurde dann aber aus nicht ganz geklärten Gründen (waren es die Kleider auf dem Boden, Geld oder Bürokratische Probleme?) rausgeschmissen und lebt nun in einer Gastfamilie.
Misc: Fotos, Unihockey und Kreuzworträtsel sind ihr Leben. Betreibt Kulturaustausch mit russischen Protestanten.

Alexander, 29, Schweiz
Projekt: Alliance francaise de Samara und ICYE Russland, wo er schwülstige Texte verfasst und für reiche Kinder Gymnastikstunden gibt.
Wohnt : mit Sander zusammen in einer Einzimmerwohnung (‘The Party Apartment’ da im Zentrum und in Gehdistanz zu verschiedenen Clubs.) Allerdings sind die beiden in einer Bewährungsperiode (kein Lärm und keine Gäste mehr) und werde vermutlich nächstens aus der Wohnung geschmissen, weil die Nachbarn neidisch auf die Popularität der Westeuropäer hier sind und es nicht ertragen, dass sie viel weniger Besuch erhalten als Sander und Alexander.
Misc: Sein Mentor (= russische Bezugsperson) Ivan besitzt über 5000 verschiedene Bleistifte und einen Supermarkt.

Ana-Isabel, 25, Spanien
Projekt: Ein Kinderheim oder sowas. Aufgabe unklar, d.h. die Projektleitung hat nur vage Ideen, welche Aufgaben sie Ana-Isabel geben sollen. Das liegt zum Teil auch daran, dass die eigenen Mitarbeiter ebenfalls keine echte Funktion erfüllen. Resulat: sehr geringe Auslastung, d.h. nur ein paar Stunden Arbeit pro Woche. Im Prinzip ist dies für die meisten Volontäre der Fall. Wirft natürlich ein leicht komisches Bild auf die ganze ‘Freiwilligenarbeit in Russland’ Sache. Dies gilt vor allem für die EVS Volontäre, welche von der EU bezahlt werden (und zwar nicht schlecht – dumme, dumme EU!), im Gegensatz zu den ICYE Leuten, welche den Einsatz selbst finanzieren (dies sind Alexander, Anne, Charlotte, Nadine und Sophie).
Wohnt : in einer Ungeziefer-verseuchten Wohnung mit einer irren alten Babuschka.
Misc: Wird von Sander gerne geschlagen, worüber sie jedoch nur lacht.

Andrej, 20, Deutschland
Projekt: Ein Spital für Veteranen, wo er als Hilfspfleger arbeitetm, d.h. vermutlich alte, hochdekorierte Haudegen in Rollstühlen rumschiebt.
Wohnt : Im kleinen Wohnheim einer deutschen Kirche im Zentrum von Samara.
Misc: Seit dem dritten Tag mit der Russin Olga liiert. Stichwort ‘Liebe auf den ersten Blick’. Trinkt abends gerne ein Bier.

Anne, 22, Deutschland
Projekt: Ein Spital, wo sie als Hilfpflegerin arbeitet. Dank guten Russischkenntnissen arbeitet sie von allen Volontären wohl am meisten.
Wohnt : mit einer irren alten Babushka, welche zum Beispiel an schädliche Magnet-Tage glaubt und eine völlig übersteigertes Mitteilungsbedürfnis hat.
Misc: Ist dank Russischkenntnissen – sie studiert in Leipzig Russisch und Polnisch – und lokaler Bekanntschaft am besten integriert.

Charlotte, 19, Deutschland
Projekt: Betreut und unterrichtet körperlich und geistig behinderte Kinder und könnte als Kreativ-Abteilung (und Sprachgenie) unter den Volontären gelten.
Wohnt : mit Elena, einer Mitarbeiterin von ICYE Russland im Kubishevski Rayon (oder 116ter Kilometer) im sogenannten ‘Luxury Apartment’, da mit Waschmaschine und Eisschrank (und und und…). KM116 ist eine aufstrebendes, fast schon hippes Aussenquartier von Samara.
Misc: Gebt mir einen Farbkasten und ich gebe euch die Welt!

Joshua, 23, England
Projekt: Studentenklub Woronesh, wo er ausländische und russische Studenten zusammenbringen sollte, was aus diversen Gründen nicht besonders gut klappt.
Wohnt : in Woronesh, ca. 800 km (oder 24 Zug-Stunden) von Samara entfernt mit 2 Hunden, einer Katze und einer Russin zusammen.
Misc: Kann jedes Musical auswendig vorsingen und wird nicht nur deshalb in Samara schmerzlich vermisst.

Linnea, 24, Schweden
Projekt: Arbeitet mit Down-Syndrom Kindern (und deren Müttern)
Wohnte: mit Aino zusammen mit zwei jungen Russen, wurde dann aber rausgeschmissen und lebt nun in einer Gastfamilie.
Misc: Bäckt hervorragende Hefe-Schnecken!

 

Mervi, 23, Finland
Projekt: Leitet eine Mädchen-WG, welche einem Waisenhaus angegliedert ist. Die Aufgabe scheint ein 24 Stunden Job zu sein.
Wohnt : mit sechs russischen Mädchen irgendwo in einem Aussenquartier.
Misc: Führt als Vegetarierin ohne Küche und Waisenhaus-Mensa Food ein hartes Leben.

Nadine, 20, Schweiz
Projekt: Alliance francaise de Toljatti, wo sie Deutsch unterrichtet und Kindern Rammstein Songs übersetzt.
Wohnt : mit einer Französin zusammen in Toljatti, der Stadt rund um die Lada-Fabrik, rund zwei Stunden von Samara entfernt. Die Wohnung sieht auf den ersten Blick recht luxuriös aus und beitet einen fantastischen Ausblick auf ein russisches Stadtpanorama – offene, weite Sicht auf Kirchen, Plattenbauten, weite Boulevards und architektonisch interessante offizielle Bauten. Leider funktioniert in der Wohung kaum was, wodurch das Leben in Toljatti härter als nötig ist.
Misc: Nadine entwickelt sich in der Isolation Toljattis zum Aikido Pro.

Nicolas, 19, Deutschland
Projekt: Aidsprävention, 3 Stunden die Woche
Wohnt : bei einer alten Deutschlehrerin
Misc: Nimmt Fecht-, Klavier-, Violine- und Französisch Unterricht – aber kein Russisch.

 

Sander, 18, Belgien
Projekt: Eine Schule für kriminelle Teenager, wo er als Animateur, Betreuer und Lehrer arbeitet. Und ein zweites Projekt mit russischen Jugendlichen, mit welchen er diese merkwürdigen russischen Spiele, welche immer einen leichten Hang zum Sadismus haben, spielt.
Wohnte: Anfangs bei einer Gastfamilie, welche ihm drei Mal am Tag Kartoffeln vorsetzte. Jetzt mit Alexander, welcher ihm freundlicherweise sein halbes Schlafzimmer zur Verfügung stellt.
Misc: Wurde hier schon für das Fernsehen und ein Teenager-Magazin interviewt.

Sergio, 24, Spanien
Projekt: Ein Spital, wo er als Hilfspfleger und Kisten-Macher arbeitet.
Wohnt : keine Ahnung wo.
Misc: Ist schon sieben Monate hier.

 

Sophie, 26, Frankreich
Projekt: Eine Französischschule in Ivanova.
Wohnt : in Ivanova
Misc: Wurde nach zwei Wochen nach Ivanova, zwei Zug-Tage von Samara entfernt, versetzt.

Bronzekatze auf Heizkörper

Wie haben die Menschen das früher gemacht? Da war es morgens bitter kalt im Haus und niemand konnte ein Fingerchen rühren, wenn sich nicht einer erbarmte und sieben Treppen hinabstieg in den Keller zum Kohlen holen. Das ist jetzt vielleicht ein bisschen überdramatisiert, manchmal war es auch nur eine Treppe. Bis heute sollen aber noch ganze Landstriche Deutschlands auf Buller- und Kachelofen angewiesen sein. Die Leute da haben wahrscheinlich auch bei guter Gesundheit und sind so zufrieden, wie man es als Deutscher nur sein kann. Bei all jenen aber, die mit Zentralheizung aufgewachsen sind, erblühen an allen Extremitäten Eisblumen, wenn die Zimmertemperatur auch nur minutenweise unter 21 Grad sinkt. Eisblumen sind eine frostige Decke, sie töten zarte Pflänzchen wie Kreativität und Entspanntheit.
Deshalb loben wir nun, im voll hereingebrochenen Herbst, Franz Karlowitsch Sangalli. Wenn russischen und italienischen Zeitungen zu glauben ist, erfand dieser italo-russische Heros vor 150 Jahren den Prototyp des modernen Heizkörpers. Dass ihm diese Idee nicht unter arkadischer Sonne, sondern in der westrussischen Wolgastadt Samara kam, überrascht nicht. Die Samarer giessen ihr Lob für Sangallis Erfindung allerdings nicht allein in wohlfeile Worte, sonder in Erz: Der Bildhauer Nikolai Kuklew wird im Auftrag der Stadt die überdimensionale Bronzeskulptur eines gerippten Heizkörpers schaffen, auf dem sich’s eine Bronzekatze bequem macht. Beheizbar wird das Werk voraussichtlich nicht sein, dafür aber, wie böswillige Korrespondenten meinen, die erste Heizung in der russischen Geschichte, die nicht rostet. Andere sagen, es wäre kostengünstiger gewesen, gleich alle russischen Heizungen unter Denkmalschutz zu stellen, verdient hätten sie es allemal.
Solchem Zynismus mag sich anschliessen, wer will. Es geht ja nicht nur russische Heizkörper, sondern um die selbsttätige Heizung als Idee. Unaufdringlich, bisweilen freundlich gluckernd tut sie ihrern Dienst, muss nicht beschickt oder befeuert werden, nur ab un zu entlüftet.

Aus der Süddeutschen Zeitung vom 20. Oktober 2005. Credits für das Auffinden gehen an Dorothee Fiedler.

Aussicht aus dem Wohnzimmer Anmerkungen: Ob ich hier nur ein Modell der Skulptur oder schon das angekündigte überdimensionale Original abgelichtet habe, kann ich nicht sagen. Das Ding, auf welches ich nur zufällig traf, ist ca. zwei Meter hoch und befindet sich im Zentrum Samaras beim Eingang einer Fabrik an der Wolga, welche ich bis jetzt für eine Bierbrauerei hielt. Neben der Skulptur befand sich eine erklärende Plakette. Allerdings war es mir zu kalt, diese abzuschreiben und später zu übersetzten und dem Fotoapparat zu kalt, sich ein zweites Foto entlocken zu lassen. Die Auflösung vielleicht im Frühling.

Und: Wie mir erst hier richtig klar wurde, gehört auch Herrn Danfoss (falls er es denn war – ok, den gibt es nicht mal! vielleicht gebührt der Ruhm ihm?) ein schönes grosses Bronze-Denkmal aufgestellt, nämlich für seine Erfindung des selbstregulierenden Heizungsventils, welches die Zimmertemperatur eben ohne grosse Eingriffe wirklich immer auf 21 Grad (oder gesündernen 19) hält. Russen kennen ja – in Wohnungen, Büros, Bussen, Autos – nur eine Heizstufe, nämlich ‘an’. Dies führt, wie schon mehrmals beklagt, zu völlig überheizten Räumen und treibt mich im kalten Russland zu etwas ganz Neuem, nämlich einem merkwürdigen, leicht schizophrenen Hang zum Nudismus.

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