E-Mails vom anderen Ende der Welt

Simone schreibt nach 10 Tagen in Indien:

[...] Nun genug, vielleicht noch so viel: gruenes gibt es hier auch, echt anders als in der schweiz, aber regel ist erst abends wenn die kinder schlafen. am tag wird hart gearbeitet, es ist keine faule hippiekommune, aber alternativ ist es… aber ein traum und wunderschoen. ich hoffe ich werde diesen ersten und zweiten eindruck ein jahr wahren koennen und danach wieder in die zivilisation zurueckkehren koennen…
aber das ist noch lange entfernt und ich lebe lieber den augenblick. also: viele liebe gruesse aus indien, macht es gut und: lebt miteinander, nicht nebeneinander…

Jonas ist in Neuseeland auf einer Farm beschäftigt:

[...] Auf der farm haben wir ca 370 kuehe und ca 70 kaelber die ich fuetern muss und das zweimal am tag. die arbeit ist voll geil ich bin immer an der frischen luft und sehe wie die kleinen kaelblein wachsen.

Anna Lena arbeitet in einer Schule in Brasilien:

[...] Porto Alegre ist eine sehr schöne stadt, ich kann mich zwar kaum orientieren, weil sie so riesig ist, aber sie gefällt mir trotzdem. die pärke sind gross, grün und gepflegt, die quartiere sehr unterschiedlich, grosse armut grenzt an luxusvillen, ruhige strassen an dicht befahrene avenidas. die leute sind super offen hier, man spricht mit wem auch immer (ausser in unserem fall, wenn es mit dem portugiesisch noch nicht so klappt…).

Macht Laune, finde ich! Gepflegte Pärke in Brasilien, gebändigte Natur in Neuseeland und ‘back to basics’ in Indien. Kommt mir in den Sinn, dass die vier Girls, welche nach Indien gingen, immer fanden, ich sei sehr mutig, Russland als Destination zu wählen. Nun ja, in drei Wochen wird sich zeigen, welche ersten Eindrücke ich verbreiten kann.

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Schon jetzt ohne Heimat?

Die NZZ macht mir einmal mehr Angst. In der heutigen Ausgabe schreibt Regine Igel ‘Exilanten, Migranten, Vertriebene, Aussiedler und selbst freiwillige Aussteiger sind Heimatlose.’

‘[Der Migrant] hat verloren, was ihn ausgemacht hat: die Spiegelung durch sein Umfeld, die ihm vertrauten Menschen, seine Sprache. Der Verlust der sozialen Einbettung erschüttert seine Identität zutiefst. [...]«Wenn du all das verlässt, was zu dir gehört, verlässt du fast dich selbst.»

Da hat die alte Tante eben wieder einmal recht: aus dem Leben soll man nicht aussteigen, sondern es nutzen, möglichst viele Brötchen zu backen und diese erfolgreich unter die Leute zu bringen. Arbeiten, Werte vermehren, Aufbauen! Warum hör ich bloss nie auf die NZZ? Das hab ich jetzt wieder davon!

Abschied – eine ganze Woche lang!

Um den Rufen nach einer Abschiedsparty etwas entgegenhalten zu können, habe ich beschlossen, eine Abschiedswoche zu schmeissen. Ganz nach dem Motto “there’s something here for everyone” gibt es von Wandern bis Hip-hop alles.

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