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	<title>Besucht Samara &#187; Philosophie</title>
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	<description>Kommt nach Russland!</description>
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		<title>Huch, schon drei Monate hier?</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2005 12:52:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Post]]></category>
		<category><![CDATA[unterwegs]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Zeit fliegt! Schon drei Monate Samara! Der richtige Moment, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Welche Erwartungen haben sich als Vorurteile/Mythen erwiesen, welche bewahrheitet? Eine kleine Ãœbersicht: Ich werde Erwartung RealitÃ¤t â€¢ jeden Tag Vodka trinken wahr komplett falsch â€¢ &#8230; <a href="http://sirruf.net/samara/49/huch-schon-drei-monate-hier.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeit fliegt! Schon drei Monate Samara! Der richtige Moment, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Welche Erwartungen haben sich als Vorurteile/Mythen erwiesen, welche bewahrheitet? Eine kleine Ãœbersicht:</p>
<table border="0" cellspacing="2" width="520">
<tr>
<td width="56%">
<p align="left"><strong>Ich werde</strong></p>
</td>
<td width="22%">
<p align="center"><strong>Erwartung</strong></p>
</td>
<td width="22%">
<p align="center"><strong>RealitÃ¤t</strong></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ jeden Tag Vodka trinken</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">komplett falsch</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ oft besoffen sein da ich wenig Alkohol vertrage</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">total falsch</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ jeden Tag Kohl und Kartoffeln essen</p>
</td>
<td>
<p align="center">falsch</p>
</td>
<td>
<p align="center">fast wahr</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ oft alleine sein</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">total falsch</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ eine russische Freundin haben (sali Beat!)</p>
</td>
<td>
<p align="center">falsch</p>
</td>
<td>
<p align="center">fÃ¤lscher</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ in einem sozialen Projekt viel Gutes tun</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">ziemlich daneben</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ frieren, frieren, frieren (minus 35!)</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">falsch</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ nach drei Monaten fliessend Russisch kÃ¶nnen</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">wie naiv!</p>
</td>
</tr>
</table>
<table border="0" cellspacing="2" width="520">
<tr>
<td width="56%">
<p align="left"><strong>Die Russen</strong></p>
</td>
<td width="22%">
<p align="center"><strong>Erwartung </strong></p>
</td>
<td width="22%">
<p align="center"><strong>RealitÃ¤t</strong></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ trinken Massen von Schwarztee</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">sehr wahr</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ bereiten diesen immer im Samawar zu</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">falsch</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ feiern tÃ¤gliche Exzesse</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">falsch</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ saufen extrem viel ohne betrunken zu sein</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">falsch</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ sind stÃ¤ndig besoffen (trotzdem)</p>
</td>
<td>
<p align="center">falsch</p>
</td>
<td>
<p align="center">nicht ganz falsch</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ sind alle melancholische Intellektuelle</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">hmm?</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ sind ein Volk von Mystikern (russische Seele)</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">nicht so wahr</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p title="Ivan Drago!" align="left">â€¢ sind grob und &#8211; halt so wie der Typ in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rocky" target="_blank">Rocky 4</a></p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">falsch</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ lieben es gerne laut</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ lieben es bunt und schrill</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">gar nicht so wahr</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">â€¢ lieben Geld</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahr</p>
</td>
<td>
<p align="center">wahrer</p>
</td>
</tr>
</table>
<p>Zu den meisten dieser Erwartungen und Vorurteile gÃ¤be es BÃ¤nde zu schreiben. Im Moment mÃ¶chte ich nur auf drei Punkte etwas ausfÃ¼hrlicher eingehen: den Winter, die Sprache und die Arbeit.</p>
<p><em>Der gefÃ¼rchtete russische Winter</em> lÃ¤sst immer noch auf sich warten, es ist sogar wieder etwas wÃ¤rmer geworden in den letzten Tagen, so gegen null Grad. Ein rechter Teil des Schnees auf den Strassen und Gehsteigen ist weggeschmolzen, was einen Gang durch die Stadt zum feucht-schmutzigen Abenteuer macht. Man muss sich zwischen meterlangen MatschpfÃ¼tzen hindurch einen Weg suchen und vorsichtig tastend die Tiefe der PfÃ¼tzen ausloten. Pfui Teufel! Ich hoffe jedoch, dass sich die viel gehÃ¶rten minus 35 Grad nicht als Mythos herausstellen werden, die Volga in BÃ¤lde zufriert und wir endlich Schlittschuh fahren und Langlaufen gehen kÃ¶nnen.</p>
<p><em>Die Russischkenntnisse</em> entwickeln sich langsam. Oft ist inzwischen in GesprÃ¤chen neben der passiven ZuhÃ¶rerrolle (welche auch ein gewisses Mass an Verstehen involviert) auch eine (hÃ¤nderingende) angedeutet aktive Rolle mÃ¶glich. In ebensovielen Situationen bleibt jedoch die absolute Hilflosigkeit bestehen. Was diese Situationen erschwert, ist die Schwierigkeit, die Russen mit KÃ¶rpersprache zu erreichen, welche meist Ã¼berhaupt nicht verstanden wird. Mein sÃ¼dlÃ¤ndisch angehauchtes Rumgefuchtel wird hier selten zum zÃ¼ndenen Funken, welcher die KommunikationslÃ¼cke Ã¼berbrÃ¼ckt. Ein positives Beispiel jedoch gestern. Sonntag Abend spontan zum Friseur gegangen &#8211; die meisten GeschÃ¤fte arbeiten hier nach dem Prinzip &#8216;ohne Pause und ohne Wochenende&#8217;, darum ist ein Friseurbesuch sonntags um sieben Uhr abends kein Problem. Hatte ich vor dem Eintreten ins GeschÃ¤ft zur Sicherheit noch kurz nachgeschaut, was &#8216;Haare schneiden&#8217; bedeutet, konnte ich mich 30 Sekunden spÃ¤ter dann partout nicht an die Phrase erinnern und musste auf &#8216;volasi&#8217; (Haare) und ein &#8216;Scheere Handzeichen&#8217; ausweichen. Funktionierte. Der sehr nette Friseur fragte mich dann, wie ich die Haare gerne geschnitten hÃ¤tte. &#8216;Hmm, was heisst schon wieder kurz und was heisst schon wieder auf der Seite und wie sag ich dem, dass ich sie oben gerne etwas lÃ¤nger lassen wÃ¼rde?&#8217; Zeichensprache. Funktionierte erneut. Nicht schlecht geworden der Schnitt. Hat 200 Rubel (9 sFr; 6 Euro) gekostet, was ziemlich viel ist &#8211; dafÃ¼r war es ein schicker Salon.</p>
<p><em>In die Projektarbeit</em> bin ich wie die meisten anderen Volunteers nur beschrÃ¤nkt involviert. Meine zwei Arbeitgeber Alliance francaise de Samara (kurz AF; AF ist ein Zentrum fÃ¼r franzÃ¶sische Sprache und Kultur) und Swallows (die Freiwilligenorganisation, welche unseren Austausch vor Ort organisiert) fÃ¼llen meine Tage auf jeden Fall nicht mit erfÃ¼llenden, interessanten, sozial wertvollen Aufgaben.<br />
FÃ¼r <em>AF</em> habe ich neben Paketen auf der Post abholen schon seit einiger Zeit nichts mehr gemacht. War ich am Anfang noch in VortrÃ¤ge, Konzerte und <a href="http://sirruf.net/samara/?p=36" title="DAS Kinderlager! As in 'the larch'..." target="_blank">das Kinderlager</a> involviert, beschrÃ¤nkte sich die Arbeit spÃ¤ter darauf, raubkopierte Software auf den Computern im BÃ¼ro zu installieren. FÃ¼r kulturellen Angebote scheint Winterpause zu sein. Mitterweile herrscht im BÃ¼ro eine ziemlich lethargische AtmosphÃ¤re, was sicher auch daran liegt, dass die zwei aktivsten (und nettesten) Mitarbeiterinnen (Diana und Schenja) den Laden verlassen haben &#8211; unter andern mit der Idee, eine eigene Freiwilligenorganisation (Ã la Swallows) zu grÃ¼nden.<br />
Auch bei <em>Swallows</em> lÃ¤uft arbeitsmÃ¤ssig nicht gerade viel. Nachdem ich mich zwischenzeitlich mit meiner Chefin Olga etwas zerstritten hatte, ist aber wenigstens die AtmosphÃ¤re in den letzten Tagen etwas besser geworden, d.h. sie hat sich der Stimmung in AF angeglichen, welche im selben GrossraumbÃ¼ro untergebracht ist. Nicht ganz zufÃ¤llig fiel dies mit dem Ausscheiden von Diana und Schenja zusammen: Olga und Marjolaine, die Leiterin von AF, haben gerade peinlich offensichtlich Angst vor der mÃ¶glichen Konkurrenz durch eine andere Organisation und versuchen, die Volunteers mit einer vorher nicht gekannten Freundlichkeit zu umgarnen. Wir werden sehen, wohin das fÃ¼hrt. Die letzte mir zugeteilte Aufgabe, etwas SchÃ¶nes Ã¼ber die Projekte aller Volunteers zu schreiben, d.h. alle Projekte zu besuchen, Fotos zu machen und den Volunteers zu ihrer Arbeit Fragen zu stellen, hat mir auf jeden Fall viel Spass gemacht. Ob des Resultat (welches hier spÃ¤ter prÃ¤sentiert wird) den Vorstellungen von Swallows entspricht, wird sich zeigen. Werbetexte sind es sicher nicht gerade geworden.</p>
<p>Ein Anlass, welcher nichts mit der Projektarbeit zu tun hatte aber trotzdem etwas in Richung &#8216;Arbeiten&#8217; ging (und viel Spass gemacht hat), war ein Sprachwettbewerb fÃ¼r SchÃ¼ler (<em>Achtung, das wird jetzt etwas &#8216;Mein schÃ¶nster Ferientag&#8217; mÃ¤ssig!)</em>. Luis, ein ehemaliger Volunteer aus Spanien, welcher nach seinem Freiwilligenjahr wieder nach Samara zurÃ¼ckkehrte, jetzt hier als Spanischlehrer arbeitet und mit seiner Freundin (Diana &#8211; siehe oben) zusammen lebt, fragte Ana-Isabel, Charlotte und mich, ob wir bei diesem Wettbewerb als fremsprachige Jury teilnehmen mÃ¶chten.</p>
<p>Vor zwei Wochen fand die erste Runde statt, bei welcher ich die Sprachkenntnisse der SchÃ¼ler in 15 minÃ¼tigen Einzelinterviews testete. Auf FranzÃ¶sisch wohlgemerkt. Viele der SchÃ¼ler (zwischen 14 und 18) wiesen ein bemerkenswertes Niveau in FranzÃ¶sisch auf &#8211; ihr Spanisch und Deutsch sei nicht ganz so berauschend gewesen. Trotzdem recht bemerkenswert, dass alle Kinder an dieser Schule drei Fremdsprachen lernen (zur Auswahl stehen Deutsch, Englisch, FranzÃ¶sisch und Spanisch).</p>
<p>Im zweiten Teil des Wettbewerbes letzten Samstag, trugen schliesslich die besten sechs der 32 Teilnehmer einen Final aus, auch um sich einen &#8216;Super Preis&#8217; zu erstreiten. Der Wettbewerb war in eine Mischung aus Einzel- und Gruppenarbeit verpackt, welche rund um eine ziemlich absurde Mission &#8211; zehn Leute in Europa vor Vogelgrippe zu retten &#8211; aufgebaut war. Ganz habe ich die Story nicht verstanden, gleichwenig wie die Teilnehmer. Die Aufgabe der Jury war es einerseits, das Verhalten der Kinder in der Gruppenarbeit zu bewerten und andererseits, mit einzelnen Teilnehmern GesprÃ¤che zu fÃ¼hren. FÃ¼r die Bewertung sassen die Kandidaten in der Mitte eines Saales im Kreis, die Jury lief darum rum und spitzte die Ohren, am Rand sassen die Zuschauer, Lehrer und die Presse.</p>
<p><a href="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/3mt/KIF_4544.jpg" title="Drei Teilnehmer bei der Gruppenarbeit"  class="shutterset_3mt"><img src="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/thumbs/th_KIF_4544.jpg"/></a><a href="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/3mt/KIF_4542.jpg" title="Die Jury - Ana und Charlotte - bei der Arbeit"  class="shutterset_3mt"><img src="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/thumbs/th_KIF_4542.jpg"/></a><a href="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/3mt/KIF_4549.jpg" title="Charlotte, Ana und Luis"  class="shutterset_3mt"><img src="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/thumbs/th_KIF_4549.jpg"/></a><a href="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/3mt/KIF_4565.jpg" title="Antons Vortrag"  class="shutterset_3mt"><img src="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/thumbs/th_KIF_4565.jpg"/></a><a href="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/3mt/KIF_4607.jpg" title="Der Cowboy-Tanz"  class="shutterset_3mt"><img src="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/thumbs/th_KIF_4607.jpg"/></a><a href="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/3mt/KIF_4626.jpg" title="Teilnehmer, Jury und Prominenz"  class="shutterset_3mt"><img src="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/thumbs/th_KIF_4626.jpg"/></a><br />
Nach dem ersten Teil der Gruppenaufgabe musste eine individuelle Aufgabe gelÃ¶st werden. Ich spielte den Direktor einer Schweizer Bank und musste einem MÃ¤dchen 20 Minuten lang einen Kredit verweigern. Auf FranzÃ¶sisch. Ana-Isabel hatte etwas mit einem ReisebÃ¼ro zu tun, Charlotte war Versicherungs-Managerin. Meine Kandidatin meisterte die Aufgabe nicht schlecht &#8211; FranzÃ¶sisch ist oft die erste Fremdsprache der Kinder &#8211; bei Deutsch und Spansich lief das ganze ziemlich hÃ¤nderingend ab. Die Kinder hatten weder verstanden, was sie machen mussten, noch verstanden sie Gegenfragen oder Hilfeleistungen &#8211; ziemlich ulkig. In der dritten Runde mussten dann verschiedene RÃ¤tsel gelÃ¶st werden, welche ich selbst auch erst gegen Schluss der Runde verstand: es ging darum, verschiedene LÃ¤nder zu erraten und danach einen kleinen Vortrag Ã¼ber die gesamte Mission halten. Bei diesem Punkt konnte ich meine unglaubliche Vielsprachigkeit einbringen, weil ich als einziges Jurymitglied fÃ¼r alle Sprachen Punkte verteilen konnte. <em>Macht! </em></p>
<p>Nach den VortrÃ¤gen fÃ¼hrten Kinder der Schule verschiedene TÃ¤nze auf: spanische und englische TÃ¤nze, einen Cowboy Tanz, den Crazy Frog Tanz &#8211; immer in hÃ¼bschen KostÃ¼men. Sehr lustig und sehr russisch. Zuletzt dann die Preisverleihung mit vielen Reden und tollen Preisen. An die Gewinnerin des zweiten Preises ging eine Computer-Tastatur und Funk-Maus, an die Siegerin ein Flachbildschirm. <em>Sicherlich sehr nett, aber haben die Kinder wirklich einen Computer zuhause?</em> Nachdem ich im Namen der Jury eine kleine Rede geschwungen hatte, zogen wir uns mit den Lehrern in Lehrerzimmer zurÃ¼ck, schÃ¼ttelten HÃ¤nde mit einem (lokalen) Duma-Abgeordneten, erhielten Lehrerstellen angeboten und Pralinen und Champagner Ã¼berreicht. Das ganze wurde Ã¼brigens auch am Fernsehen gezeigt. Wir sind Stars!</p>
<p><em>ZurÃ¼ck zur RealitÃ¤t. </em><a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2005/11/11.mondeText.artikel,a0045.idx,11" title="Lesen! Lesen! Lesen!" target="_blank">Le Monde Diplomatique</a> schrieb in der Novemberausgabe in einem Special Ã¼ber Russland: &#8216;Zur HÃ¤rte der Staatsmacht und zur BrutalitÃ¤t der sozialen Beziehungen, die ein Erbe der Sowjetzeit sind, treten die komplementÃ¤ren Merkmale des neuen Zeitalters: Zynismus des Marktes, Egoismus der Ellbogengesellschaft, Materialismus der Konsumgesellschaft. In Russland ist Menschlichkeit, wie anderswo auch, ein rares Gut.&#8217; <em>Auf in die nÃ¤chsten neun Monate! </em></p>
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		<title>Die Fratzen des Teufels</title>
		<link>http://sirruf.net/samara/22/die-fratzen-des-teufels.html</link>
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		<pubDate>Sat, 24 Sep 2005 09:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[las]]></category>

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		<description><![CDATA[Der aeusserst freundlich, warme und neugierige Empfang, welcher uns Auslaendern hier in Samara bereitet wurde, kontrastiert auf brutale Weise mit der &#8216;westlichen&#8217; Einstellung Immigranten gegenueber. Eduardo Galeano fasst dies in Le Monde diplomatique (September 2005) folgendermassen zusammen: Ist der Eindringling &#8230; <a href="http://sirruf.net/samara/22/die-fratzen-des-teufels.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der aeusserst freundlich, warme und neugierige Empfang, welcher uns Auslaendern hier in Samara bereitet wurde, kontrastiert auf brutale Weise mit der &#8216;westlichen&#8217; Einstellung Immigranten gegenueber. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eduardo_Galeano" target="_blank">Eduardo Galeano</a> fasst dies in Le Monde diplomatique (September 2005) folgendermassen zusammen:</p>
<blockquote><p>Ist der Eindringling [...] arm, jung und dunkelhaeutig, wird er auf Anhieb in die Schublade Beduerftigkeit, Krawallneigung oder Hautfarbe gesteckt. Und auch wenn er nicht arm, jung und dunkelhaeutig ist, hat er einen schlechten Empfang verdient, weil er in der Absicht kommt, doppelte Arbeit fuer halben Lohn zu leisten.</p>
<p>Die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ist von allen Aengsten, die unsere Epoche der Angst beherrschen, eine der maechtigsten, und der Immigrant ist ein dankbares Objekt, wenn es darum geht, die Verantwortung fuer Arbeitslosigkeit, sinkende Loehne, Unsicherheit auf den Strassen und andere schreckliche Dinge and jemanden loszuwerden. Einst ueberschwemmte Europa die Welt mit Soldaten, Straeflingen und halb verhungerten Bauern. Diese Helden des kolonialen Abenteuers sind als Handlungsreisende Gottes in die Geschichte eingegangen. In ihnen zog die Zivilisation aus, die Welt von der Barbarei zu erretten.</p>
<p>Heute verlaeuft die Reise in umgekehrter Richtung. Wer aus dem Sueden in den Norden kommt &#8211; oder zumindest den Versuch dazu unternimmt -, traegt weder ein Messer zwischen den Zaehnen noch ein Gewehr auf dem Ruecken. Er kommt aus Laendern, die bis auf den letzten Tropfen ausgepresst wurden, und will nichts anderes erobern als irgendeinen kleinen Job. Diese Antihelden des postkolonialen Abenteuers wirken eher wie Sendboten der Hoelle: In ihnen ruestet sich die Barbarei zum Sturm auf die Zivilisation.</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>Metal eine Woche vorher</title>
		<link>http://sirruf.net/samara/14/metal-eine-woche-vorher.html</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2005 21:31:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Post]]></category>
		<category><![CDATA[sentimental]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach erstaunlich unbÃ¼rokratischem Abmeldeprozedere, welches in eigentlich fast enttÃ¤uschend unschweizerischer Einfachheit auf die sonst so gerne exerzierte misstrauische Fragerei (und auch auf Datamining-Eskapaden) verzichtete &#8211; warum fragte mich bloss niemand nach den GrÃ¼nden fÃ¼r die Abreise aus der Schweiz? Das &#8230; <a href="http://sirruf.net/samara/14/metal-eine-woche-vorher.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach erstaunlich unbÃ¼rokratischem Abmeldeprozedere, welches in eigentlich fast enttÃ¤uschend <em>unschweizerischer Einfachheit</em> auf die sonst so gerne exerzierte misstrauische Fragerei (und auch auf Datamining-Eskapaden) verzichtete &#8211; warum fragte mich bloss niemand nach den GrÃ¼nden fÃ¼r die Abreise aus der Schweiz? Das wird doch denen nicht etwa egal sein! &#8211; hat sich fÃ¼r mich eine Woche vor der Abreise ein &#8211; ein, genau, nicht <em>DER </em>- Kreis geschlossen: ich bin wieder bei meinen Eltern eingezogen.</p>
<p>Vor fÃ¼nfeinhalb Jahren mit Bett, Komode, Computer, Stereoanlage und einer bescheidenen Plattensammlung ausgezogen, heute <em>ein paar Kubikmeter </em>Material und eine halbe GÃ¤rtnerei zurÃ¼ckgebracht. VÃ¶llerei und WertanhÃ¤ufung in Reinform! Die NZZ (als mein Ã¶konomisch-moralischer Referenzpunkt) hÃ¤tte sicherlich Freude (wohl nur eine bescheidene zwar, aber immerhin&#8230;) an ihrem verlorenen Abonnenten (das &#8216;Sohn&#8217; konnte ich mir ganz knapp verkneifen&#8230;). Nun, ich denke, man kann sicherlich davon ausgehen, dass dies <em>nur ein kurzer Zwischenstopp </em>vor weiteren RaubzÃ¼gen ist &#8211; vor viel ausschweifenderen RaubzÃ¼gen natÃ¼rlich, welche zu noch unverschÃ¤mterer Vermehrung fÃ¼hren werden (hier wieder die Hedonismusdebatte einfÃ¼gen &#8211; ich werde versuchen, <em>im Laufe des nÃ¤chsten Jahres </em>davon Abstand zu nehmen!). Schon klar.</p>
<p>Apropos Abstand nehmen: neben Tasche packen steht mir diese Woche vor allem eines bevor: vielen Leuten ein letztes Mal die Hand zu schÃ¼tteln und nach einem Klapps auf die Schulter fÃ¼r lÃ¤ngere Zeit &#8216;TschÃ¼ss&#8217; zu sagen &#8211; einigen vielleicht fÃ¼r sehr lange. Auch wenn ich selbstverstÃ¤ndlich &#8211; bin schliesslich auch als baldiger Auslandschweizer immer noch <em>den kÃ¼hlen helvetischen Idealen </em>verpflichtet: bloss keine TrÃ¤nen, keine KÃ¼sse, keine Umarmungen! &#8211; die Contenance mÃ¶glichst zu wahren versuchen werde, wird dies kein einfacher Gang fÃ¼r einen solch grÃ¤sslich sentimentalen Hund wie mich. Nach einem DurchhÃ¤nger am Sonntag musste ich alle auch <em>nur ansatzweise </em>sentimentale Musik &#8211; vor allem den geliebten <a href="http://www.dominorecordco.com/site/index.php?page=artists&amp;artistID=39">Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy</a> &#8211; von der Playlist der nÃ¤chsten Tage streichen. Mit einem ipod voller Metal in GriffnÃ¤he (Botch, Converge, Dillinger Escape Plan&#8230;) versuche ich nun, die noch verbleibende Woche voller &#8216;Lebewohls&#8217; einigermassen standhaft hinter mich zu bringen. &#8216;I&#8217;m such a girl!&#8217;, das weiss ich schon. Gibt schliesslich einen Grund, warum mir <em>der melancholische Russe</em> um einiges nÃ¤her steht als z.B. <em>der lebenslustige Kubaner</em>.</p>
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		<title>Hedonismus, die Zweite</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Sep 2005 12:07:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern wohl an einer der letzten Parties vor meiner Abreise gewesen &#8211; vielleicht der letzten Party in ZÃ¼rich Ã¼berhaupt, bevor ich 30ig werde? La classique Zurichoise: unter unbekannten, durchwegs sympathischen und angenehm oberflÃ¤chlichen Leuten im geteerten Hinterhof eines Bordells bÃ¼chsenweise &#8230; <a href="http://sirruf.net/samara/12/hedonismus-die-zweite.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/hangover.jpg" target="_blank"><img src="http://sirruf.net/samara/wp-content/images/_hangover.jpg" alt="Hungover on Samara minus 16 Days" title="Hungover on Samara minus 16 Days" align="left" height="225" hspace="10" vspace="0" width="300" /></a>Gestern wohl an einer der letzten Parties vor meiner Abreise gewesen &#8211; vielleicht der letzten Party in ZÃ¼rich Ã¼berhaupt, bevor ich 30ig werde? La classique Zurichoise: unter unbekannten, durchwegs sympathischen und <em>angenehm oberflÃ¤chlichen</em> Leuten im geteerten Hinterhof eines Bordells bÃ¼chsenweise lauwarmes Discounter-Billigbier in sich reinschÃ¼tten, die Zeit verstreichen lassen und sich an spannenden GesprÃ¤chen Ã la &#8216;weisch, ich als Schauspieler [...] han mal in Ã¤rÃ¤ WÃ¤rebeagentur gschafft &#8211; Euro RSCG, kÃ¤nnsch?Ja, ebÃ¤ als Schauspieler, weisch. [...] und mit minÃ¤rÃ¤ WÃ¤rbeagentur Erfahrig &#8211; Euro RSCG, gÃ¤ll, drÃ¼Ã¼ ganzi MÃ¶nÃ¤t &#8211; bin ich als Schauspieler uf ganz neui [...]&#8216; beteiligen.</p>
<p>Warum erreiche ich wohl bei den meisten <em>solchen AnlÃ¤ssen</em> irgendwann den Punkt, wo ich mir sage &#8216;entweder bringe ich mich jetzt auf der Stelle um, oder lasse mich als Alternative volllaufen&#8217;? Und warum fÃ¤llt die (einfache) Entscheidung schliesslich immer auf die zweite Option (wie auch gestern), anstelle <em>des dritten Weges</em>: koordinierter RÃ¼ckzug?</p>
<p><em>Stephanies </em>ErklÃ¤rung: <em>&#8220;It&#8217;s a curse bestowed upon us by small and nasty devils &#8211; debauchery always seems the only way out&#8230; but glad to hear you&#8217;re still hanging in there.&#8221;</em></p>
<p>Wie wahr! Das &#8216;froh sein, immer noch mitzumachen&#8217; bringt uns letztlich zurÃ¼ck zur Hedonismus-Debatte, welche einem &#8211; ok, mir &#8211; um die 30ig schon mit bedenklicher RegelmÃ¤ssigkeit die Gurgel zuzudrÃ¼cken versucht. Ist man <em>auf dem Boden</em> angekommen, wenn man sich an so einer anonymen &#8216;Puff-Hinterhof-Sause&#8217; die Kanne gibt oder erst, wenn man es aufgibt, <em>das auch noch</em> zu hinterfragen? Wieso zum Teufel muss man <em>alles verkomplizieren</em>, indem man Strukturen erkennt, Muster analysiert, nach deren Sinn fragt? Hedonismus, du alte Kampfsau, hilf mir!</p>
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		<title>Schon jetzt ohne Heimat?</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Aug 2005 07:40:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[las]]></category>

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		<description><![CDATA[Die NZZ macht mir einmal mehr Angst. In der heutigen Ausgabe schreibt Regine Igel &#8216;Exilanten, Migranten, Vertriebene, Aussiedler und selbst freiwillige Aussteiger sind Heimatlose.&#8217; &#8216;[Der Migrant] hat verloren, was ihn ausgemacht hat: die Spiegelung durch sein Umfeld, die ihm vertrauten &#8230; <a href="http://sirruf.net/samara/9/schon-jetzt-ohne-heimat.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die NZZ macht mir einmal mehr Angst. In der <a href="http://www.nzz.ch/2005/08/27/zf/articleD295O.print.html">heutigen Ausgabe</a> schreibt Regine Igel <em>&#8216;Exilanten, Migranten, Vertriebene, Aussiedler und selbst freiwillige Aussteiger sind Heimatlose.&#8217;</em></p>
<p><em>&#8216;[Der Migrant] hat verloren, was ihn ausgemacht hat: die Spiegelung durch sein Umfeld, die ihm vertrauten Menschen, seine Sprache. Der Verlust der sozialen Einbettung erschÃ¼ttert seine IdentitÃ¤t zutiefst. [...]Â«Wenn du all das verlÃ¤sst, was zu dir gehÃ¶rt, verlÃ¤sst du fast dich selbst.Â»</em></p>
<p>Da hat die alte Tante eben wieder einmal recht: aus dem Leben soll man nicht aussteigen, sondern es nutzen, mÃ¶glichst viele BrÃ¶tchen zu backen und diese <em>erfolgreich </em>unter die Leute zu bringen. Arbeiten, Werte vermehren, Aufbauen! Warum hÃ¶r ich bloss nie auf die NZZ? <em>Das hab ich jetzt wieder davon!</em></p>
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