Philosophie


Die Zeit fliegt! Schon drei Monate Samara! Der richtige Moment, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Welche Erwartungen haben sich als Vorurteile/Mythen erwiesen, welche bewahrheitet? Eine kleine Übersicht:

Ich werde

Erwartung

Realität

• jeden Tag Vodka trinken

wahr

komplett falsch

• oft besoffen sein da ich wenig Alkohol vertrage

wahr

total falsch

• jeden Tag Kohl und Kartoffeln essen

falsch

fast wahr

• oft alleine sein

wahr

total falsch

• eine russische Freundin haben (sali Beat!)

falsch

fälscher

• in einem sozialen Projekt viel Gutes tun

wahr

ziemlich daneben

• frieren, frieren, frieren (minus 35!)

wahr

falsch

• nach drei Monaten fliessend Russisch können

wahr

wie naiv!

Die Russen

Erwartung

Realität

• trinken Massen von Schwarztee

wahr

sehr wahr

• bereiten diesen immer im Samawar zu

wahr

falsch

• feiern tägliche Exzesse

wahr

falsch

• saufen extrem viel ohne betrunken zu sein

wahr

falsch

• sind ständig besoffen (trotzdem)

falsch

nicht ganz falsch

• sind alle melancholische Intellektuelle

wahr

hmm?

• sind ein Volk von Mystikern (russische Seele)

wahr

nicht so wahr

• sind grob und – halt so wie der Typ in Rocky 4

wahr

falsch

• lieben es gerne laut

wahr

wahr

• lieben es bunt und schrill

wahr

gar nicht so wahr

• lieben Geld

wahr

wahrer

Zu den meisten dieser Erwartungen und Vorurteile gäbe es Bände zu schreiben. Im Moment möchte ich nur auf drei Punkte etwas ausführlicher eingehen: den Winter, die Sprache und die Arbeit.

Der gefürchtete russische Winter lässt immer noch auf sich warten, es ist sogar wieder etwas wärmer geworden in den letzten Tagen, so gegen null Grad. Ein rechter Teil des Schnees auf den Strassen und Gehsteigen ist weggeschmolzen, was einen Gang durch die Stadt zum feucht-schmutzigen Abenteuer macht. Man muss sich zwischen meterlangen Matschpfützen hindurch einen Weg suchen und vorsichtig tastend die Tiefe der Pfützen ausloten. Pfui Teufel! Ich hoffe jedoch, dass sich die viel gehörten minus 35 Grad nicht als Mythos herausstellen werden, die Volga in Bälde zufriert und wir endlich Schlittschuh fahren und Langlaufen gehen können.

Die Russischkenntnisse entwickeln sich langsam. Oft ist inzwischen in Gesprächen neben der passiven Zuhörerrolle (welche auch ein gewisses Mass an Verstehen involviert) auch eine (händeringende) angedeutet aktive Rolle möglich. In ebensovielen Situationen bleibt jedoch die absolute Hilflosigkeit bestehen. Was diese Situationen erschwert, ist die Schwierigkeit, die Russen mit Körpersprache zu erreichen, welche meist überhaupt nicht verstanden wird. Mein südländisch angehauchtes Rumgefuchtel wird hier selten zum zündenen Funken, welcher die Kommunikationslücke überbrückt. Ein positives Beispiel jedoch gestern. Sonntag Abend spontan zum Friseur gegangen – die meisten Geschäfte arbeiten hier nach dem Prinzip ‘ohne Pause und ohne Wochenende’, darum ist ein Friseurbesuch sonntags um sieben Uhr abends kein Problem. Hatte ich vor dem Eintreten ins Geschäft zur Sicherheit noch kurz nachgeschaut, was ‘Haare schneiden’ bedeutet, konnte ich mich 30 Sekunden später dann partout nicht an die Phrase erinnern und musste auf ‘volasi’ (Haare) und ein ‘Scheere Handzeichen’ ausweichen. Funktionierte. Der sehr nette Friseur fragte mich dann, wie ich die Haare gerne geschnitten hätte. ‘Hmm, was heisst schon wieder kurz und was heisst schon wieder auf der Seite und wie sag ich dem, dass ich sie oben gerne etwas länger lassen würde?’ Zeichensprache. Funktionierte erneut. Nicht schlecht geworden der Schnitt. Hat 200 Rubel (9 sFr; 6 Euro) gekostet, was ziemlich viel ist – dafür war es ein schicker Salon.

In die Projektarbeit bin ich wie die meisten anderen Volunteers nur beschränkt involviert. Meine zwei Arbeitgeber Alliance francaise de Samara (kurz AF; AF ist ein Zentrum für französische Sprache und Kultur) und Swallows (die Freiwilligenorganisation, welche unseren Austausch vor Ort organisiert) füllen meine Tage auf jeden Fall nicht mit erfüllenden, interessanten, sozial wertvollen Aufgaben.
Für AF habe ich neben Paketen auf der Post abholen schon seit einiger Zeit nichts mehr gemacht. War ich am Anfang noch in Vorträge, Konzerte und das Kinderlager involviert, beschränkte sich die Arbeit später darauf, raubkopierte Software auf den Computern im Büro zu installieren. Für kulturellen Angebote scheint Winterpause zu sein. Mitterweile herrscht im Büro eine ziemlich lethargische Atmosphäre, was sicher auch daran liegt, dass die zwei aktivsten (und nettesten) Mitarbeiterinnen (Diana und Schenja) den Laden verlassen haben – unter andern mit der Idee, eine eigene Freiwilligenorganisation ( la Swallows) zu gründen.
Auch bei Swallows läuft arbeitsmässig nicht gerade viel. Nachdem ich mich zwischenzeitlich mit meiner Chefin Olga etwas zerstritten hatte, ist aber wenigstens die Atmosphäre in den letzten Tagen etwas besser geworden, d.h. sie hat sich der Stimmung in AF angeglichen, welche im selben Grossraumbüro untergebracht ist. Nicht ganz zufällig fiel dies mit dem Ausscheiden von Diana und Schenja zusammen: Olga und Marjolaine, die Leiterin von AF, haben gerade peinlich offensichtlich Angst vor der möglichen Konkurrenz durch eine andere Organisation und versuchen, die Volunteers mit einer vorher nicht gekannten Freundlichkeit zu umgarnen. Wir werden sehen, wohin das führt. Die letzte mir zugeteilte Aufgabe, etwas Schönes über die Projekte aller Volunteers zu schreiben, d.h. alle Projekte zu besuchen, Fotos zu machen und den Volunteers zu ihrer Arbeit Fragen zu stellen, hat mir auf jeden Fall viel Spass gemacht. Ob des Resultat (welches hier später präsentiert wird) den Vorstellungen von Swallows entspricht, wird sich zeigen. Werbetexte sind es sicher nicht gerade geworden.

Ein Anlass, welcher nichts mit der Projektarbeit zu tun hatte aber trotzdem etwas in Richung ‘Arbeiten’ ging (und viel Spass gemacht hat), war ein Sprachwettbewerb für Schüler (Achtung, das wird jetzt etwas ‘Mein schönster Ferientag’ mässig!). Luis, ein ehemaliger Volunteer aus Spanien, welcher nach seinem Freiwilligenjahr wieder nach Samara zurückkehrte, jetzt hier als Spanischlehrer arbeitet und mit seiner Freundin (Diana – siehe oben) zusammen lebt, fragte Ana-Isabel, Charlotte und mich, ob wir bei diesem Wettbewerb als fremsprachige Jury teilnehmen möchten.

Vor zwei Wochen fand die erste Runde statt, bei welcher ich die Sprachkenntnisse der Schüler in 15 minütigen Einzelinterviews testete. Auf Französisch wohlgemerkt. Viele der Schüler (zwischen 14 und 18) wiesen ein bemerkenswertes Niveau in Französisch auf – ihr Spanisch und Deutsch sei nicht ganz so berauschend gewesen. Trotzdem recht bemerkenswert, dass alle Kinder an dieser Schule drei Fremdsprachen lernen (zur Auswahl stehen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch).

Im zweiten Teil des Wettbewerbes letzten Samstag, trugen schliesslich die besten sechs der 32 Teilnehmer einen Final aus, auch um sich einen ‘Super Preis’ zu erstreiten. Der Wettbewerb war in eine Mischung aus Einzel- und Gruppenarbeit verpackt, welche rund um eine ziemlich absurde Mission – zehn Leute in Europa vor Vogelgrippe zu retten – aufgebaut war. Ganz habe ich die Story nicht verstanden, gleichwenig wie die Teilnehmer. Die Aufgabe der Jury war es einerseits, das Verhalten der Kinder in der Gruppenarbeit zu bewerten und andererseits, mit einzelnen Teilnehmern Gespräche zu führen. Für die Bewertung sassen die Kandidaten in der Mitte eines Saales im Kreis, die Jury lief darum rum und spitzte die Ohren, am Rand sassen die Zuschauer, Lehrer und die Presse.


Nach dem ersten Teil der Gruppenaufgabe musste eine individuelle Aufgabe gelöst werden. Ich spielte den Direktor einer Schweizer Bank und musste einem Mädchen 20 Minuten lang einen Kredit verweigern. Auf Französisch. Ana-Isabel hatte etwas mit einem Reisebüro zu tun, Charlotte war Versicherungs-Managerin. Meine Kandidatin meisterte die Aufgabe nicht schlecht – Französisch ist oft die erste Fremdsprache der Kinder – bei Deutsch und Spansich lief das ganze ziemlich händeringend ab. Die Kinder hatten weder verstanden, was sie machen mussten, noch verstanden sie Gegenfragen oder Hilfeleistungen – ziemlich ulkig. In der dritten Runde mussten dann verschiedene Rätsel gelöst werden, welche ich selbst auch erst gegen Schluss der Runde verstand: es ging darum, verschiedene Länder zu erraten und danach einen kleinen Vortrag über die gesamte Mission halten. Bei diesem Punkt konnte ich meine unglaubliche Vielsprachigkeit einbringen, weil ich als einziges Jurymitglied für alle Sprachen Punkte verteilen konnte. Macht!

Nach den Vorträgen führten Kinder der Schule verschiedene Tänze auf: spanische und englische Tänze, einen Cowboy Tanz, den Crazy Frog Tanz – immer in hübschen Kostümen. Sehr lustig und sehr russisch. Zuletzt dann die Preisverleihung mit vielen Reden und tollen Preisen. An die Gewinnerin des zweiten Preises ging eine Computer-Tastatur und Funk-Maus, an die Siegerin ein Flachbildschirm. Sicherlich sehr nett, aber haben die Kinder wirklich einen Computer zuhause? Nachdem ich im Namen der Jury eine kleine Rede geschwungen hatte, zogen wir uns mit den Lehrern in Lehrerzimmer zurück, schüttelten Hände mit einem (lokalen) Duma-Abgeordneten, erhielten Lehrerstellen angeboten und Pralinen und Champagner überreicht. Das ganze wurde übrigens auch am Fernsehen gezeigt. Wir sind Stars!

Zurück zur Realität. Le Monde Diplomatique schrieb in der Novemberausgabe in einem Special über Russland: ‘Zur Härte der Staatsmacht und zur Brutalität der sozialen Beziehungen, die ein Erbe der Sowjetzeit sind, treten die komplementären Merkmale des neuen Zeitalters: Zynismus des Marktes, Egoismus der Ellbogengesellschaft, Materialismus der Konsumgesellschaft. In Russland ist Menschlichkeit, wie anderswo auch, ein rares Gut.’ Auf in die nächsten neun Monate!

Der aeusserst freundlich, warme und neugierige Empfang, welcher uns Auslaendern hier in Samara bereitet wurde, kontrastiert auf brutale Weise mit der ‘westlichen’ Einstellung Immigranten gegenueber. Eduardo Galeano fasst dies in Le Monde diplomatique (September 2005) folgendermassen zusammen:

Ist der Eindringling [...] arm, jung und dunkelhaeutig, wird er auf Anhieb in die Schublade Beduerftigkeit, Krawallneigung oder Hautfarbe gesteckt. Und auch wenn er nicht arm, jung und dunkelhaeutig ist, hat er einen schlechten Empfang verdient, weil er in der Absicht kommt, doppelte Arbeit fuer halben Lohn zu leisten.

Die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ist von allen Aengsten, die unsere Epoche der Angst beherrschen, eine der maechtigsten, und der Immigrant ist ein dankbares Objekt, wenn es darum geht, die Verantwortung fuer Arbeitslosigkeit, sinkende Loehne, Unsicherheit auf den Strassen und andere schreckliche Dinge and jemanden loszuwerden. Einst ueberschwemmte Europa die Welt mit Soldaten, Straeflingen und halb verhungerten Bauern. Diese Helden des kolonialen Abenteuers sind als Handlungsreisende Gottes in die Geschichte eingegangen. In ihnen zog die Zivilisation aus, die Welt von der Barbarei zu erretten.

Heute verlaeuft die Reise in umgekehrter Richtung. Wer aus dem Sueden in den Norden kommt – oder zumindest den Versuch dazu unternimmt -, traegt weder ein Messer zwischen den Zaehnen noch ein Gewehr auf dem Ruecken. Er kommt aus Laendern, die bis auf den letzten Tropfen ausgepresst wurden, und will nichts anderes erobern als irgendeinen kleinen Job. Diese Antihelden des postkolonialen Abenteuers wirken eher wie Sendboten der Hoelle: In ihnen ruestet sich die Barbarei zum Sturm auf die Zivilisation.

Nach erstaunlich unbürokratischem Abmeldeprozedere, welches in eigentlich fast enttäuschend unschweizerischer Einfachheit auf die sonst so gerne exerzierte misstrauische Fragerei (und auch auf Datamining-Eskapaden) verzichtete – warum fragte mich bloss niemand nach den Gründen für die Abreise aus der Schweiz? Das wird doch denen nicht etwa egal sein! – hat sich für mich eine Woche vor der Abreise ein – ein, genau, nicht DER - Kreis geschlossen: ich bin wieder bei meinen Eltern eingezogen.

Vor fünfeinhalb Jahren mit Bett, Komode, Computer, Stereoanlage und einer bescheidenen Plattensammlung ausgezogen, heute ein paar Kubikmeter Material und eine halbe Gärtnerei zurückgebracht. Völlerei und Wertanhäufung in Reinform! Die NZZ (als mein ökonomisch-moralischer Referenzpunkt) hätte sicherlich Freude (wohl nur eine bescheidene zwar, aber immerhin…) an ihrem verlorenen Abonnenten (das ‘Sohn’ konnte ich mir ganz knapp verkneifen…). Nun, ich denke, man kann sicherlich davon ausgehen, dass dies nur ein kurzer Zwischenstopp vor weiteren Raubzügen ist – vor viel ausschweifenderen Raubzügen natürlich, welche zu noch unverschämterer Vermehrung führen werden (hier wieder die Hedonismusdebatte einfügen – ich werde versuchen, im Laufe des nächsten Jahres davon Abstand zu nehmen!). Schon klar.

Apropos Abstand nehmen: neben Tasche packen steht mir diese Woche vor allem eines bevor: vielen Leuten ein letztes Mal die Hand zu schütteln und nach einem Klapps auf die Schulter für längere Zeit ‘Tschüss’ zu sagen – einigen vielleicht für sehr lange. Auch wenn ich selbstverständlich – bin schliesslich auch als baldiger Auslandschweizer immer noch den kühlen helvetischen Idealen verpflichtet: bloss keine Tränen, keine Küsse, keine Umarmungen! – die Contenance möglichst zu wahren versuchen werde, wird dies kein einfacher Gang für einen solch grässlich sentimentalen Hund wie mich. Nach einem Durchhänger am Sonntag musste ich alle auch nur ansatzweise sentimentale Musik – vor allem den geliebten Bonnie ‘Prince’ Billy – von der Playlist der nächsten Tage streichen. Mit einem ipod voller Metal in Griffnähe (Botch, Converge, Dillinger Escape Plan…) versuche ich nun, die noch verbleibende Woche voller ‘Lebewohls’ einigermassen standhaft hinter mich zu bringen. ‘I’m such a girl!’, das weiss ich schon. Gibt schliesslich einen Grund, warum mir der melancholische Russe um einiges näher steht als z.B. der lebenslustige Kubaner.

Hungover on Samara minus 16 DaysGestern wohl an einer der letzten Parties vor meiner Abreise gewesen – vielleicht der letzten Party in Zürich überhaupt, bevor ich 30ig werde? La classique Zurichoise: unter unbekannten, durchwegs sympathischen und angenehm oberflächlichen Leuten im geteerten Hinterhof eines Bordells büchsenweise lauwarmes Discounter-Billigbier in sich reinschütten, die Zeit verstreichen lassen und sich an spannenden Gesprächen la ‘weisch, ich als Schauspieler [...] han mal in ärä Wärebeagentur gschafft – Euro RSCG, kännsch?Ja, ebä als Schauspieler, weisch. [...] und mit minärä Wärbeagentur Erfahrig – Euro RSCG, gäll, drüü ganzi Mönät – bin ich als Schauspieler uf ganz neui [...]‘ beteiligen.

Warum erreiche ich wohl bei den meisten solchen Anlässen irgendwann den Punkt, wo ich mir sage ‘entweder bringe ich mich jetzt auf der Stelle um, oder lasse mich als Alternative volllaufen’? Und warum fällt die (einfache) Entscheidung schliesslich immer auf die zweite Option (wie auch gestern), anstelle des dritten Weges: koordinierter Rückzug?

Stephanies Erklärung: “It’s a curse bestowed upon us by small and nasty devils – debauchery always seems the only way out… but glad to hear you’re still hanging in there.”

Wie wahr! Das ‘froh sein, immer noch mitzumachen’ bringt uns letztlich zurück zur Hedonismus-Debatte, welche einem – ok, mir – um die 30ig schon mit bedenklicher Regelmässigkeit die Gurgel zuzudrücken versucht. Ist man auf dem Boden angekommen, wenn man sich an so einer anonymen ‘Puff-Hinterhof-Sause’ die Kanne gibt oder erst, wenn man es aufgibt, das auch noch zu hinterfragen? Wieso zum Teufel muss man alles verkomplizieren, indem man Strukturen erkennt, Muster analysiert, nach deren Sinn fragt? Hedonismus, du alte Kampfsau, hilf mir!

Die NZZ macht mir einmal mehr Angst. In der heutigen Ausgabe schreibt Regine Igel ‘Exilanten, Migranten, Vertriebene, Aussiedler und selbst freiwillige Aussteiger sind Heimatlose.’

‘[Der Migrant] hat verloren, was ihn ausgemacht hat: die Spiegelung durch sein Umfeld, die ihm vertrauten Menschen, seine Sprache. Der Verlust der sozialen Einbettung erschüttert seine Identität zutiefst. [...]«Wenn du all das verlässt, was zu dir gehört, verlässt du fast dich selbst.»

Da hat die alte Tante eben wieder einmal recht: aus dem Leben soll man nicht aussteigen, sondern es nutzen, möglichst viele Brötchen zu backen und diese erfolgreich unter die Leute zu bringen. Arbeiten, Werte vermehren, Aufbauen! Warum hör ich bloss nie auf die NZZ? Das hab ich jetzt wieder davon!