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Aussicht aus dem Wohnzimmer “Все это я видел совершенно отчетливо и свидетельствую об этом миру. Но вот всего остального - я уже не видел, и ни о чем не могу свидетельствовать. Краешком сознания, самым-самым краешком, я запомнил, как выходящая в Орехово лавина публики запуталась во мне и вбирала меня, чтобы накопить меня в себе, как паршивую слюну, - и выплюнуть на ореховский перрон. Но плевок все не получался, потому что входящая в вагон публика затыкала рот выходящей. Я мотался, как говно в проруби. И если там господь меня спросит: “Неужели, Веня, ты больше не помнишь ничего? Неужели ты сразу погрузился в тот сон, с которого начались твои бедствия?..” - я скажу ему: “Нет, господь, не сразу…” краешком сознания, все тем же самым краешком, я еще запомнил, что сумел, наконец, совладать со стихиями и вырваться в пустые пространства вагона и опрокинуться на чью-то лавочку, первую от дверей…”

Aus Venedikt Erofeev: Moskau - Petushki, 1974.

Sakiko liess ihre Blicke erneut über den Platz schweifen. Im Ring standen die beiden Stiere – der rote und der schwarze – unbeweglich wie ein Standbild. Über den Kampfring und die den Bambuszaun umgebende Menge schien nun, nachdem der Regen aufgehört hatte, die kalte Wintersonne. Die Treiber schlugen den beiden Tieren auf das Hinterteil und die Flanken, um sie aufzureizen, Flatternd wehten die Banner im Wind, die Lautsprecher wiederholten monoton die gleichen Worte, sie riefen mit einer Stimme, die nach Ermattung, Zorn und Klage klang. Auf den Tribünen herrschte ungewöhnliche Stille. Man vernahm keinerlei Lachen, keine Stimmen, unbewegt starrten die Zuschauer auf den Ring hinunter.

Yasushi Inoue – Der Stierkampf (1971).

Plötzlich riss ich den Fensterladen auf und stürzte mich mit dem Kopf nach unten in die Stube. Es fiel ein Schuss, eine Kugel flog dicht an meinem Ohr vorbei und zeriss mir die Epaulette. Aber der Pulverdampf, der die Stube erfüllte, hinderte meinen Gegner sofort, seinen neben ihm liegenden Säbel zu finden. Ich hilt ihm die Hände fest, die Kosaken stürzten sich auf ihn, und nach drei Minuten war der Verbrecher gebunden und unter Bedeckung abgeführt. Die Menge zerstreute sich, und die Offiziere beglückwünschten mich… In der Tat, sie hatten Grund dazu.

Nach solchen Vorfällen sollte einer nicht Fatalist werden! Aber wer weiss wirklich, ob er von etwas überzeut ist oder nicht? … Wie oft halten wir für eine Überzeugung, was nur Sinnestäuschung oder ein Irrtum des Verstandes ist! …. Ich liebe es, an allem zu zweifeln. Dieser Neigung beeinträchtigt die Entschiedenheit des Charakters nicht; im Gegenteil; wenigstens was mich betrifft, ich gehe immer kühner vorwärts, wenn ich nicht weiss, was mich erwartet. Etwas Schlimmeres als den Tod kann es nicht geben - und dem Tod entgeht man nicht.

Aus Michail Lermontow - Ein Held unserer Zeit (1840).

Ein Jagdgewehr Yasushi Inoue - Das Jagdgewehr

Eine grosse Matrosenpfeife im Mund,
lässt er Setter-Hunde vor sich her laufen,
stapft mit hohen Stiefeln über die Eiszapfen der Erde
und steigt auf engem Pfad durch das Gestrüpp hinauf zum früh winterlichen Amagi-Berg.

An seinem Gurt trägt er 25 Schuss Jagdmunition,
seine Lederjacke ist dunkelbraun
und darüber hängt die Churchill-Doppelflinte.

Was bewog ihn wohl, sich so kalt zu bewaffnen
mit diesem schimmernden Stahlrohr, das Leben vernichtet?
Warum bewegt mein Herz so
der Rücken dieses grossen, zufällig vorüberschreitenden Jägers?

Seit diesem Tag,
auf Grossstadt-Bahnhöfen und spät in der
Nacht in Amüsierlokalen,
überfaellt mich unversehens
ach, der Wunsch, wie dieser Jäger dahinzugehen,
gemächlich, ruhig und kalt.

In solchen Augenblicken sehe ich immer,
was hinter dem Jäger sich breitet:
nicht etwa die frühwinterliche Landschaft des Amagi-Bergs,
sondern ein verödetes, weisses Flussbett.

Das schimmernd geputzte Jagdgewehr drückt seine ganze Last tief in Seele und Leib des einsamen Mannes von mittleren Jahren,
strahlt eine seltsame, blutbefleckte Schönheit aus,
die, wenn das Gewehr auf Lebendes zielt,
niemals erscheint.

[…]

Während ich mir die kalte Nachtluft übers Gesicht streichen liess, stand ich lange am Fenster. Ich hatte das Gefühl, als sei ich leicht trunken. Ich legte meine Hände auf den Fensterrahmen und starrte in die Dunkelheit des kleinen, dicht mit Bäumen bestandenen Gartens unter dem Fenster, als sähe ich dort, was Misugi sein ›weisses Flussbett‹ genannt hat.