Tschapaev!!!

Anja und Lenin Der erste Tag mit vollem Einfuehrungs-Programm in den Raeumen von Alliance Francaise de Samara, wo spaeter auch mein Arbeitsplatz zu sein scheint. In ziemlich lockerer Atmosphaere werden uns vielen Infos ueber Samara vermittelt und die Gastorganisation (ICYE Russland/Swallows) vorgestellt. Spaeter zeigt uns eine top informierte Studentin (Anja), welche auch als Fremdenfuehrerin arbeitet, die Sehenswuerdigkeiten im Zentrum der Stadt.

Statue von Tschapaev In der Altstadt gibt es viele schoene historische Gebaeude, wenn auch meist in eher beklagenswertem Zustand. Auch hier ist die Stadt sehr gruen, wenn auch nicht im gleichen Masse wie mein jetztiges Wohnquartier. Wir sehen Statuen von Lenin und spaeter – fuer mich ein Hoehepunkt! – eine von Tschapaev (einem General aus dem russischen Buergerkrieg – Rote gegen Weisse – und dem Roman ‘Buddahs kleiner Finger’ von Viktor Pelewin, welcher auf dieser Legende aufbaut). Spaeter noch ein kurzer Blick auf die Wolga und die dahinter liegenden Huegel (Schiguli Berge, wobei Berge aufgrund er Hoehe von nur ca. 400 m. ue. M. etwas uebertrieben scheint) und eine echte Sojus Rakete.

Sojus Rakete Der Tag ist aeusserst unterhaltsam – viele interessante neue Leute und eine spannende Umgebung im Schutz der Gruppe und gut behuetet von den russischen ICYE Mitarbeitern. Zwischendurch blitzt ein paar mal das andere Russland durch – ein Konvoi super-teurer Mercedes (eine Limo, zwei Luxusjeeps) mit getoenten Scheiben, Kampfhunde, ein besoffener Typ, welcher mir meine Kamera fuer 500 Rubel (20Fr.) abkaufen will. Am Abend beginne ich mich langsam von der Idee, in der Stadt Velo zu fahren, zu entfernen. Die Strassen sind sehr dunkel und der Verkehr rasant und unuebersichtlich. Vermutlich echt gefaehrlich mit dem Fahrrad – darum sieht man wohl praktisch keine.

Die Volga Mein Quartier ist auch abends sehr ruhig, jedoch zappenduster – keine Strassenlampen oder sowas. Durch den riesigen Innenhof, welchen man von der Busstation her durchqueren muss, kann man sich praktisch nur durchtasten. Nicht besonders vertrauenserweckend, im Moment. Auffallend ist, dass die sonst sehr baumreichen Hoefe und Strassenraender meist keinen Gras- oder anderen Bodenbewuchs aufweisen. Gibt dem ganzen irgendwie so einen Waldrand-Charakter und hebt es optisch ziemlich von Schweizer Wohnquartieren ab. Und ok, dann sind da natuerlich noch die Plattenbauten. Aber im Spaetsommer scheint Samara eine ganz angenehme Stadt zu sein.

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