Via Turku und Zürich in 87 Tagen nach Samara

Wie ging eigentlich die Sache mit dem geswallowten Notebook weiter (hier Kapitel eins, zwei und drei), bzw. – und hier bitte ein Tusch! – zuende?

Nach dem Entscheid zum Rückzug des Paketes passierte erst mal lange Zeit nichts. Die Statusmeldung lautete ‘Vorbereitung zur Rücksendung’. TNT Schweiz konnte dies nicht genauer begründen und auch nach mehrmaligem Protest keine Beschleunigung des Prozesses bewirken.

Tag 79: Unerwartet eine neue Statusmeldung von TNT: das Paket wurde beim Zoll Basel kontrolliert, war also zurück in der Schweiz. Die Auslieferung konnte also nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Tag 84: Bisher keine Auslieferung, dafür eine SMS von Philipp: ‘Nach drei Monaten Gefangenenlager ist dein Notebook nun auf Weltreise: Moskau, Zürich, Moskau, Helsinki, Turku. Was folgt wohl als nächstes?’

Helsinki? Turku? Sofortiger Protest bei TNT brachte die folgende Erklärung: ‘Die machens spannend. Kommt via Strasse. Ist am Freitag Morgen in der Schweiz und wird am Nachmittag ausgeliefert.’ Via Strasse? Erklärt Moskau – Zürich – Moskau nur begrenzt, finde ich.

Tag 86: Aber tatsächlich am Freitag Nachmittag: ‘Shipment 785593249 delivered’, d.h. das Notebook war zurück beim Absender.

Tag 87: Philipp übergab das Notebook am 24. Juni 2006 am Flughafen Samara. Die Odysee war beendet.

Fehlt nur eine Bestandesaufnahme. Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer dieser Express-Lieferung’?

Gewinner:

    1. Platz Volga-Telekom, Samara. Dieses Call-Center und Internet-Cafe verdiente seit März nicht schlecht an mir.
    2. Platz Megafon, Samara. Mein Mobiltelefon-Provider, welcher tausende von Rubeln dank sinnloser, teurer Telefongespräche nach Moskau verdiente.
    3. Platz Die Schweizer Botschaft in Moskau, welche zwar nicht helfen konnte, dies aber auf zuvorkommend freundliche Art und Weise.

Verlierer:

    1. Platz TNT Swiss Post. ‘Neuer Kontakt: Elena Trushkina’ und ‘Moskau-Zürich-Moskau-Helsinki’ waren nur zwei von vielen schwierig nachzuvollziehenden, hausgemachten Katastrophen. Viel, viel Kummer und Kosten verursacht und Ruf für immer ruiniert, würde ich sagen.
    2. Platz ICYE Russland/Swallows. Steckten viele sinnlose Arbeitsstunden (und Telefongebühren) in die Befreiungsaktion und verunmöglichten selbst schildbürgerlich einen erfolgreichen Abschluss. Ruf war schon vorher ruiniert, darum Platz zwei.
    3. Platz Philipp und ich verbrauchten viel Geld, Arbeitszeit und Nerven.
    4. Platz sirruf.net/samara verödete fast. Gar nicht so einfach, ohne einen eigenen Computer ein Weblog zu führen.
    5. Platz Der russische Zoll, welcher doch so gerne was verdient hätte und am Ende trotz sauber geführtem Papierkrieg leer ausging.

Und weil es so viel Spass macht, hier noch das Protokoll der Rücksendung von TNT:

23 Jun 2006 15:40 Zurich Sendung Wurde Zugestellt
23 Jun 2006 12:44 Zurich Sendung Befindet Sich In Der Zustellung
23 Jun 2006 10:35 Zurich Sendung Wurde Weitergeleitet
23 Jun 2006 10:30 Zurich Import Erhalten
23 Jun 2006 09:00 Zurich
23 Jun 2006 08:43 Geneva Sendung Wurde Verzollt Und Befindet Sich In Der Weiterleitung
23 Jun 2006 08:38 Zurich Sendung Wurde Verzollt Und Befindet Sich In Der Weiterleitung
23 Jun 2006 01:06 Hub Rhein Main Dft Sendung Wurde Weitergeleitet
22 Jun 2006 20:39 Hub Rhein Main Dft Sendung Wurde Weitergeleitet
22 Jun 2006 01:33 Hannover Road Hub Sendung Wurde Weitergeleitet
22 Jun 2006 01:26 Hannover Road Hub Sendung Wurde Weitergeleitet
20 Jun 2006 22:17 Turku Sendung Wurde Weitergeleitet
20 Jun 2006 15:03 Helsinki Sendung Wurde Weitergeleitet
20 Jun 2006 10:36 Helsinki Import Erhalten
20 Jun 2006 09:00 Zurich
16 Jun 2006 22:16 Moscow Sendung Wurde Von Der Abgangsniederlassung Weitergeleitet
16 Jun 2006 06:30 Zurich Sendung Befindet Sich In Der Verzollung
15 Jun 2006 19:34 Moscow Sendung Wurde Weitergeleitet

Ein Gedanke zu “Via Turku und Zürich in 87 Tagen nach Samara

  1. das ist ja noch viel geiler als meine story,
    wenn die dinge die man wollte dann endlich ankommen ist die freude natürlich umso grösser!